Aktivitätstracker überwachen kranke Kinderherzen im Alltag

Ein Aktivitätstracker am Handgelenk erfasst die körperliche Bewegung der kleinen Herzpatienten.
Ein Aktivitätstracker am Handgelenk erfasst die körperliche Bewegung der kleinen Herzpatienten.

Der erste KinderHerz-Innovationspreis NRW hielt für das Universitätsklinikum Münster eine Überraschung bereit. Zwar landete das Projekt von Kinderkardiologin Dr. Astrid Elisabeth Lammers bei der Preisverleihung "nur" auf Platz 2. Dank einiger großzügiger Initialspenden ist das Projekt jedoch auf einem guten Weg, bald umgesetzt zu werden. Noch fehlen aber zwei Drittel der benötigten Fördergelder von insgesamt rund 100.000 Euro. Jede Spende ist daher willkommen. Helfen Sie mit!  

Hintergrund

Kinder mit einem angeborenen Herzfehler und daraus entstehendem Lungenhochdruck kennen es oft nicht anders: Ihr körperliches Leistungsniveau ist reduziert und ihr Bewegungsradius kann sich mit fortschreitender Krankheit allmählich verringern. Um die körperliche Leistungsfähigkeit der kleinen Patienten ermitteln zu können, sollen die Herzkinder in ihrem Alltag mit mobilen kleinen Messgeräten ihre eigenen Leistungsdaten registrieren.    

Methode

Sogenannte Aktivitätstracker erfassen Dauer, Ausmaß und Intensität der körperlichen Bewegung im Alltag. Sie zeichnen die Herzfrequenz und die zurückgelegte Schrittzahl ihrer Träger auf. Der Tracker kann über Bluetooth synchronisiert und die Daten können von der Klinik heruntergeladen werden. Ständige Besuche bei den Kinderherzspezialisten sind so nicht erforderlich. Mit diesen Messungen können die  Ärzte die Aktivität der Herzkinderpatienten über einen längeren Zeitraum überwachen, ohne invasive Untersuchungen vorzunehmen. Die Mediziner gehen davon aus, dass diese Langzeitmessungen die tatsächliche Belastbarkeit und der kleinen Patienten besser wiederspiegeln als ein einzelner punktuell durchgeführter Test während eines Ambulanzbesuchs. Vor allem bei Kindern wird ihre  Tagesform von langen Anreisen oder Wartezeiten beeinflusst. Um  die messbaren Einschränkungen herzkranker Kinder einordnen zu können, sollen zunächst Normwerte bei gesunden Grundschulkindern in der Umgebung erhoben werden.

Projektleiterin Dr. Astrid Elisabeth Lammers mit einem kleinen Herzpatienten
Projektleiterin Dr. Astrid Elisabeth Lammers mit einem kleinen Herzpatienten

Ziel

Leichte tragbare Aktivitätstracker als Monitoring-Instrument sollen im Alltag von Kindern mit angeborenem Herzfehler oder mit Lungenhochdruck zum Einsatz kommen. Die Experten versprechen sich davon, aussagekräftigere Daten zum körperlichen Leistungsstand der jungen Patienten zu erheben. Veränderungen der Belastbarkeit können so frühzeitig erkannt und so die Behandlung oder die Steigerung der körperlichen Bewegung, individuell angepasst werden. Kontrolltermine in der Klinik können durch diese Art des Monitoring möglicherweise reduziert werden.

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende bei der Realisierung des Projekts

Ansprechpartner
Dr. med. Astrid Elisabeth Lammers
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Pädiatrische Kardiologie
Albert-Schweitzer-Campus 1 – 48147 Münster
0251 / 834 77 52
Astrid.lammers@ukmuenster.de
www.kinderkardiologie.ukmuenster.de

Erfahren Sie im folgenden Film mehr über das Münsteraner Forschungsprojekt: