Psychologische Betreuung für Herzkinder
Für eine optimale Versorgung der Herzkinder sind nicht nur kompetente Ärzte und Pflegekräfte nötig. Wichtig ist auch die Betreuung durch einen Psychologen. Denn viele entwicklungspsychologische Studien zeigen, dass herzkranke Kinder ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen aufweisen.
„Nicht selten beobachten wir bei Kindern mit schweren Herzfehlern Entwicklungsdefizite, Anpassungs-, Angst- und Essstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten wie Unaufmerksamkeit, motorische Hyperaktivität oder auch Impulsivität. Damit sich diese Störungen erst gar nicht manifestieren, ist eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung durch einen Psychologen unerlässlich", unterstreicht auch Dipl.-Psychologin Ina Rotermann, die das Projekt betreut.
Aber auch die Eltern geraten in eine Ausnahmesituation. Die Diagnose eines angeborenen Herzfehlers ist für die Familie zunächst ein großer Schock. Häufig kommt es deshalb zu gravierenden Veränderungen im Familienleben.
Manche Eltern sind außerdem sehr verunsichert im Umgang mit ihrem Kind und neigen zu übervorsichtigem Verhalten: Die kleinen Patienten sollen nicht auf dem Spielplatz toben. Dadurch fühlen sich einige Kinder von Gleichaltrigen ausgeschlossen.
Eine psychologische Betreuung kann den Familien helfen, die Erkrankung und ihre Begleiterscheinungen besser zu bewältigen. Den Eltern soll Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung vermittelt werden, damit sie nach der Operation mit einer positiven Einstellung nach Hause kommen.

