Kurzfristige Durchblutungshemmung löst Schutzimpuls an Kinderherzen aus

Projektleiter Dr. med. Ulrich Neudorf mit einer Kollegin
Projektleiter Dr. med. Ulrich Neudorf mit einer Kollegin

Hintergrund

Spezielle Bestandteile in Herzmuskelzellen (Mitochondrien) erzeugen die Energie für den Herzschlag.  Werden sie geschädigt, kann das Herz nicht mehr richtig funktionieren. Manche Medikamente, wie die bei einer Chemotherapie eingesetzten Anthrazykline, verursachen genau diese Schädigung. Die Medikamente zerstören zwar effektiv die Krebszellen,  haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen und sind potentiell herzschädigend. Durch Anthrazyklin-Therapien werden Mitochondrien im Herzmuskel sowohl strukturell als auch funktionell geschädigt. Bei rund einem Drittel der Patienten treten nach zehn Jahren negative Veränderungen der Herzfunktion auf, bei fünf Prozent sogar mit gravierenden Problemen wie einer Herzinsuffizienz. Durch die großen Fortschritte bei der Therapie von krebskranken Kindern und Jugendlichen rücken solche möglichen Spätfolgen nun zunehmend in den Fokus der Kinderherz-Forschung. Denn Krebspatienten werden immer älter.

Methode

Erste Studien mit Kindern und Erwachsenen, die mit einer Chemotherapie behandelt wurden, zeigen, dass ihre Herzen durch die sogenannte „herzferne Konditionierung“ geschützt werden können. Bei dieser Methode wird die Durchblutung eines Körperteils wie zum Beispiel des Oberarms oder des Beins mittels einer Blutruckmanschette in kurzen Abständen gehemmt und dann wieder hergestellt. Diese kurzfristige Manipulation der Durchblutung beeinflusst die Funktion der Mitochondrien in den Herzmuskelzellen und löst einen Schutzmechanismus aus, der über das Blut übertragbar ist. Den Transfer dieses Signals zum Herzen wollen die Forscher entschlüsseln. In den vergangenen Jahren konnten solche körpereigenen Mechanismen bereits bei Herzinfarkten identifiziert werden.

Die Essener Forscher versuchen, die Schutzmechanismen des Herzens zu entschlüsseln.
Die Essener Forscher versuchen, die Schutzmechanismen des Herzens zu entschlüsseln.

Ziel

Die Studie soll den Erfolg der herzfernen Konditionierung mit einer einfachen Blutdruckmanschette bei Kindern nachweisen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen. Diese Methode ist frei von Nebenwirkungen und könnte das Herz und seine Funktionsfähigkeit vor den negativen Folgen einer Chemotherapie besser schützen. Die Lebensdauer, insbesondere junger Patienten, würde sich so weiter verlängern. 

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Ansprechpartner
Dr. med. Ulrich Neudorf
Klinik für Kinderheilkunde III
 Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55       
45122 Essen   
Tel.: 0201 - 723 3376
ulrich.neudorf@uk-essen.de 
www.uni-kinderklinik3.de, www.whgz.de

Erfahren Sie im folgenden Film mehr über das Essener Forschungsprojekt: