Nicht-invasive Blutdruckmessung mittels 4D-Fluss-Magnetresonanztomographie

Projektleiter Prof. Carsten Rickers
Projektleiter Prof. Carsten Rickers

Hintergrund

Angeborene Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Fehlbildungen. In Deutschland wird ca. jedes 100. Kind, das sind ca. 19 Kinder täglich, mit einem Herzfehler geboren. Viele müssen sich bereits in den ersten Lebenstagen bzw. Monaten schweren Operation unterziehen. Techniken zur Messung von Blutströmungen mittels Magnetresonanztomographie (MRT) haben in den letzten Jahren zunehmend für die klinische Routine an Bedeutung gewonnen. Die Möglichkeiten, die solche Messungen bieten, sind jedoch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Das Kieler Expertenteam plant die Erforschung einer Methode zur nicht-invasiven Blutdruckmessung mittels Magnetresonanztomographie. Bisher wird der Druck im Herzen und in den großen Gefäßen über den Herzkatheter untersucht – eine Methode, die besonders bei Kindern mit Risiken verbunden ist. Mit der neuen Methode könnte auf die belastende Untersuchung gänzlich verzichtet werden – eine erhebliche Erleichterung für alle kleinen Herzpatienten.

Methode

Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass die genaue Bestimmung von Druckgradienten mittels MRT prinzipiell möglich ist. Die zugrunde liegende Messmethode mittels der sog. 4D-Phasenkontrast-MRT ermöglicht die räumliche und zeitliche Analyse von Blutflüssen in Gefäßabschnitten oder dem gesamten Herz-Kreislaufsystem. Diese räumlich und zeitlich hochaufgelöste Flussanalyse könnte die diagnostischen Möglichkeiten in Zukunft revolutionieren.

Zur Durchführung des Projektes ist es erforderlich, ein Computerprogramm zu erstellen, welches aus den Flussfeldern Druckfelder berechnet. Die Methode soll dann für die Auswertung von MRT-Messungen von Patienten angewandt und mit zeitlich assoziierten Messungen aus Echokardiographie und Katheter verglichen werden.

Ergebnisse

Nach erfolgreicher Forschung will das Ärzteteam die neue Methode sofort in der Klinik etablieren – die Herzkinder hätten also schnell die Chance auf eine schonendere und weniger riskante Untersuchung.

Um das Projekt voranzubringen werden insgesamt 85.000 Euro benötigt. Spenden Sie jetzt.