Notrufsystem rettet Kindern mit angeborenem Herzfehler das Leben

Über eine Spezialisten-Hotline erhalten die erstversorgenden Ärzte am Unfallort genaue Anweisungen für herzkranke Patienten.
Über eine Spezialisten-Hotline erhalten die erstversorgenden Ärzte am Unfallort genaue Anweisungen für herzkranke Patienten.

Hintergrund

In Deutschland leben zurzeit über 300.000 Patienten mit angeborenem Herzfehler. Dank immer erfolgreicherer Behandlungsmöglichkeiten genießen Herzpatienten heute eine relativ hohe Lebenserwartung und ihre Zahl wächst stetig. Gleichzeitig steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese Herzpatienten in alltägliche Notfälle, wie zum Beispiel in Verkehrsunfälle, geraten und eine spezielle ärztliche Sofortversorgung benötigen. Mit etwa 3.000 dieser möglichen Szenarien rechnen Experten pro Jahr. Besonders die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler ist jedoch in jedem Zusammenhang hochkomplex und erfordert die Expertise von Spezialisten. Trotzdem sollten auch Notfall- und Allgemeinmediziner sowie Ärzte, die nicht in spezialisierten Kliniken arbeiten, in zeitkritischen Situationen in der Lage sein, lebensrettende Soforthilfe bei Menschen mit angeborenen Herzleiden leisten zu können.

Projektleiter Dr. med. Torsten Bähner
Projektleiter Dr. med. Torsten Bähner

Methode

Über eine bundesweite Notruf-Hotline können erstversorgende Ärzte ohne spezielle Kenntnisse über die Besonderheiten von angeborenen Herzfehlern gezielt Handlungsanweisungen und -empfehlungen bekommen. Die Rufnummer und Basisinformationen finden die Mediziner über eine speziell eingerichtete Homepage. Jeder eingehende Notruf landet bei einer diensthabenden Expertengruppe. Diese setzt sich aus Vertretern unterschiedlicher Fachbereiche zusammen – vom Kardiologen und Chirurgen bis zur Pflegekraft. Besetzte Kernfachgebiete sollen dabei Kinderkardiologie, Anästhesie, Intensivmedizin und Kinderherzchirurgie sein. Über die Telefontasten wählen die Anrufer automatisch die Fakultät an, die im einzelnen Notfall helfen kann. Um jeden notwenigen Fachbereich rund um die Uhr über die Hotline erreichen zu können, werden mindestens 20 Experten in jedem medizinischen Fachgebiet benötigt, die sich ehrenamtlich Primäres Ziel ist der Aufbau eines Netzwerks von Experten, die die Notruf-Hotline ehrenamtlich betreuen.

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Ansprechpartner
Dr. med. Torsten Bähner
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Sigmund-Freudstr. 25 – 53127 Bonn
Telefon:  0228 / 141 14
torsten.baehner@ukb.uni-bonn.de
www.kai.uni-bonn.de

Erfahren Sie im folgenden Film mehr über dieses und andere Bonner Forschungsprojekte: