Schutz vor bleibenden Hirnschäden, Teil 1

Komplexe angeborene Herzfehler haben Auswirkungen auf den gesamten kleinen Körper eines Säuglings. Insbesondere ist bei vielen neugeborenen Herzkindern die Gehirndurchblutung beeinträchtigt. Für die Babys können daraus bleibende geistige Schäden entstehen, unter denen sie ihr Leben lang leiden. Bislang existieren noch sehr wenige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie genau sich Herzfehler auf die Durchblutung des Gehirns Neugeborener auswirken. 

Gemeinsam mit der Stiftung KinderHerz und ihren großzügigen Spendern konnte das Universitätsklinikum Tübingen eine detaillierte Methode etablieren, mit der die Ärzte die Durchblutung des Gehirns herzkranker Neugeborene genau untersuchen können. Dabei können die Herzspezialisten per Ultraschall alle vier Schlagadern beobachten, die für die Gehirndurchblutung verantwortlich sind. Der Durchmesser der winzigen Arterien kann nun beobachtet und die durchschnittliche Blutströmung gemessen werden. Dadurch können die Ärzte die genaue Menge der Hirndurchblutung ermitteln.

Die Untersuchungsmethode wurde innerhalb der ersten Monate zunächst erlernt und erprobt. Nun ist sie soweit etabliert und standardisiert, dass die Tübinger Herzspezialisten sie jedem Neugeborenen und kleinem Säugling mit angeborenem Herzfehler anbieten. Dadurch leistet das Tübinger Projekt einen ersten wichtigen Beitrag dazu, bleibende Hirnschäden zu verhindern.

In dem zweiten Teil des Projektes entwickeln die Mediziner nun Konzepte, wie sie die Zeit der Minderversorgung des Gehirns durch eine veränderte (zum Beispiel kreislaufunterstützende) Medikation oder einen früheren Operationszeitpunkt verkürzen können.