Schutz vor bleibenden Hirnschäden, Teil 3

Projektleiter Prof. Hofbeck und Dr. Neunhoeffer mit einem kleinen Herzkind
Prof. Hofbeck und Dr. Neunhoeffer mit einem kleinen Herzkind

Optimierung der Behandlung schwer herzkranker Kinder

Komplexe angeborene Herzfehler und deren Therapie können zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Durchblutung und damit Sauerstoffversorgung des Gehirns führen. lm schlimmsten Fall entstehen dort bleibende Schäden, welche die spätere geistige Entwicklung des Kindes nachhaltig beeinträchtigen. Mögliche Schäden können unter anderem vor, während und nach einer Operation im Säuglingsalter auftreten. Ein wichtiger Faktor für eine normale Blutversorgung des Gehirns ist die Aufrechterhaltung der sogenannten „cerebralen Autoregulation“. Dies bedeutet, dass das Gehirn selbst, in gewissem Umfang, seine eigene Durchblutung steuern kann, um den Blutfluss angemessen und stabil zu halten. Erste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Erhaltung der cerebralen Autoregulation auch bei der Durchblutung des Gehirns unter Verwendung von Herz-Lungen-Maschinen eine zentrale Rolle spielt. Daher könnte die nicht-invasive Messung dieser Autoregulation für die Entwicklung hirnprotektiver Therapiestrategien in der Behandlung von Kindern mit schweren angeborenen Herzfehlern von immenser Bedeutung sein.

Non-invasiv mit „Oxygen to see (O2C)“ zum Erfolg

Mit dem Messgerät „Oxygen to see“ (O2C, bereits für ein Vorgängerprojekt durch die Stiftung KinderHerz gefördert) wird den Spezialisten am Herzkompetenz Zentrum in Tübingen die nicht-invasive Messung der absoluten Sauerstoffsättigung, der relativen Hämoglobinmenge im Gewebe sowie der Gewebemikroperfusion, ein direkterer Parameter der Hirngewebedurchblutung, ermöglicht. Anhand dieser Techniken soll die cerebrale Autoregulation kontinuierlich und non-invasiv gemessen werden.

„Mit dieser Studie wird an die bisherigen Untersuchungen auf diesem Gebiet angeknüpft und eine bestehende Lücke geschlossen, da nun nicht nur bestimmt werden kann wie viel Blut das Gehirn erreicht, sondern auch Aussagen über die Qualität der Sauerstoffversorgung und die Funktion der Durchblutungsregulation des Gehirns getroffen werden können,“ so Projektleiter Prof. Dr. Hofbeck. Aus den Ergebnissen sollen Erkenntnisse dazu gewonnen werden, wie komplexe Operationen am Herzen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine für die Kinder noch schonender gestaltet werden können, und wie die postoperative Intensivtherapie dahingehend optimiert werden kann, dass Schädigungen für das kindliche Gehirn so weit wie möglich vermieden werden können.

Für dieses wichtige Projekt benötigt das Expertenteam um Prof. Hofbeck und Dr. Neunhoeffer rund 63.000 Euro. Spenden Sie jetzt!

 

Zur Vertiefung des Themas finden Sie hier weiterführende Fachtexte:

Postoperative Bestimmung der Sauerstoffsättigung, des Blutflusses und der Hämoglobinmenge im Nierengewebe bei Säuglingen mit angeborenem Herzfehler nach Operationen an der Herz-Lungen-Maschine.
Korrelation mit dem Auftreten einer akuten Nierenschädigung

Cerebrale Laser-Doppler-Flowmetrie und Weißlicht-Spektroskopie zur Bestimmung der absoluten Sauerstoffsättigung, des relativen Blutflusses und der relativen Hämoglobinmenge im Gehirn bei Säuglingen mit angeborenen Herzfehlern vor Korrektur-OP.