Schutz vor bleibenden Hirnschäden, Teil 2
Das Tübinger Projekt schützt neben dem Herzen der kleinen herzkranken Patienteninsbesondere deren Gehirn. Es trägt den komplizierten Namen „Quantitative Bestimmung der Hirndurchblutung bei Neugeborenen mit angeborenen Herzfehlern“ - ist aber relativ einfach zu verstehen.
Die Stiftung KinderHerz stellte dem Universitätsklinikum im ersten Teil des Projektes ein spezielles Ultraschallgerät zur Verfügung und finanzierte eine Studie. Erste Ergebnisse zeigen, dass im Vergleich zu gesunden Kindern doppelt so viele der kleinen Herzpatienten unter einer unterdurchschnittlichen Hirndurchblutung leiden. Mit 90 Prozent ist die Quote extrem hoch bei Kindern mit einemzyanotischen Herzfehler – einem Herzfehler, bei dem Verengungen von Gefäßen oder Klappen zu einer Vermischung von sauerstoffarmem und -reichem Blut führen.
Besonders problematisch: Die Durchblutungsstörungen führen zu einer reduzierten Sauerstoffversorgung des Gehirns. Das wiederum kann erhebliche bleibende Schäden verursachen.
Im zweiten Teil des Projektes wollen die Tübinger Mediziner feststellen, wie viel Sauerstoff dem Gehirngewebe angeboten und dann verbraucht wird. Denn das Blut vieler Herzkinder ist nicht nur sauerstoffarm, sondern reicht auch von der Menge her für eine ausreichende Gehirn-Versorgung nicht aus. Das bedeutet eine riesige Gefahr.
Bei dieser Studie schicken die Ärzte Licht aus dem nah-infraroten Bereich durch die im Säuglingsalter dünne Schädeldecke in das kindliche Hirngewebe. Dort wird es reflektiert und kehrt zur Haut zurück, wo es in einem Detektor analysiert werden kann.
Eine Verfeinerung dieses Verfahrens ermöglicht die Berechnung der Sauerstoffsättigung im Hirn-Gewebe. Durch die Auswertung der Daten erhalten die Ärzte klare Hinweise, bei welchen Herzfehlern sie besonders mit bleibenden Schäden rechnen müssen.
Disziplinübergreifend entwickeln die Mediziner nun Konzepte, wie sie die Zeit der Minderversorgung des Gehirns durch eine veränderte (zum Beispiel kreislaufunterstützende) Medikation oder einen früheren Operationszeitpunkt verkürzen können.
Bitte helfen Sie mit, dieses so wichtige Projekt für die kleinen Herzpatienten zu fördern!
