Wie verkraften Kinder mit nur einer funktionierenden Herzkammer große Höhen?

Auf einem Fahrrad-Ergometer wird bei den Herzpatienten der Luftsauerstoffgehalt in 2.500 Metern Höhe simuliert.
Auf einem Fahrrad-Ergometer wird bei den Herzpatienten der Luftsauerstoffgehalt in 2.500 Metern Höhe simuliert.

Hintergrund

Beim Bergwandern, beim Skifahren in großen Höhen und auch bei Flugreisen wird der menschliche Körper besonderen Belastungen ausgesetzt. Denn in der Höhe ist der Sauerstoffgehalt der Atemluft wesentlich geringer als auf Meereshöhe. Der Körper reagiert bei Sauerstoffarmut mit erhöhter Atem- und Herzschlagfrequenz, gleichzeitig verengen sich in der Lunge die Blutgefäße und die körperliche Leistungsfähigkeit sinkt. Bisher ist jedoch unsicher, ob Patienten mit einem Einkammerherz und passiver Lungendurchblutung in großen Höhen körperlich so eingeschränkt sind, dass ihr Kreislauf in großen Höhen sogar einem akuten Gesundheitsrisiko ausgesetzt ist. Aus diesem Grunde wurde betroffenen Kindern und Jugendlichen bisher von Flugreisen und Belastungen in großer Höhe abgeraten.

Projektleiterin Dr. Ulrike Herberg mit einem jungen Patienten
Projektleiterin Dr. Ulrike Herberg mit einem jungen Patienten

Methode

In Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln werden Patienten mit einem Einkammerherz und gleichaltrige, gesunde Probanden in einer so genannten Hypoxiekammer auf einem Fahrrad-Ergometer belastet. In dieser Kammer wird der Luftsauerstoffgehalt in 2.500 Metern Höhe simuliert. Vor, nach und während des Fahrradfahrens analysieren die Spezialisten die Herzfunktion. Sie erfassen zum Beispiel den Sauerstoffgehalt im Gewebe und beobachten die Funktion und Verformbarkeit von Blutkörperchen.      

Ziel

Die Studie soll Aufschluss darüber geben, ob Patienten mit einem komplexen angeborenen Herzfehler in großen Höhen gefährdet sind. Das heißt zum Beispiel, ob sie gefahrlos fliegen, in die Berge fahren und dort Sport machen dürfen. Das Forscherteam möchte Empfehlungen für Höhenaufenthalte erstellen, um kleinen Herzpatienten eine größere Sicherheit im Alltag und damit eine größere Lebensqualität zu geben. 

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende bei der Realisierung des Projekts

Das Projekt hat am 7. Dezember 2017 den KinderHerz-Innovationspreis NRW gewonnen.

Ansprechpartner
Priv. Doz. Dr. med. Ulrike Herberg
Adenauerallee 119 – 53113 Bonn
0228 / 287 33 256
Ulrike.Herberg@ukb.uni-bonn.de
www.kinderkardiologie-bonn.de, www.kinderklinik-bonn.de

Erfahren Sie im folgenden Film mehr über dieses und andere Bonner Forschungsprojekte: