Biomarker im Urin zur Überwachung der Herzfunktion und Therapie

Hintergrund

Bei Patienten mit angeborenem Herzfehler entwickelt sich häufig eine Herzschwäche, welche in der Regel mit einer Einschränkung der Pumpfunktion beginnt und mit einem lebensbedrohlichen Zustand, den es unbedingt zu verhindern gilt (Dekompensation), enden kann. Der richtige Zeitpunkt für einen weiteren Therapieschritt ist daher entscheidend. Messbare Parameter, sogenannte Biomarker, im Urin sind eine einfache, nicht invasive Untersuchungsmethode, die Aufschluss über die Herzfunktion und die Durchblutung der Organe geben können.

Ziele

Ziel der Untersuchung ist zunächst die Ermittlung von Normalwerten für Biomarker, biologische Merkmale, die als Referenz für Körperzustände verwendet werden, und intestinalen (zum Darmkanal gehörenden) Proteinen im Urin bei gesunden Kindern und solchen mit angeborenen Herzfehlern. Forscherinnen und Forscher erwarten unterschiedliche Normalwerte der Biomarker je nach vorliegendem Herzfehler und Situation des jeweiligen Kindes. Biomarker sollen so zu zuverlässigen Parametern für therapeutische Schritte werden.

Methode

Die Bestimmung von Biomarkern und intestinalen Proteinen im Urin ist eine einfache, nicht-invasive Untersuchungsmethode, die Aufschluss über die Herzfunktion und die Durchblutung der Organe geben könnte. Diese Biomarker könnten das Bild, welches durch konventionelle, nicht operative Methoden wie durch Medikamente, die durch klinische Beurteilung und Echokardiographie erlangt wird, auf eine nicht-invasive Art vervollständigen. Somit könnte die Ermittlung des besten Zeitpunkts für den nächsten therapeutischen Schritt (operativ, interventionell, also gezielte Eingriffe im Sinne eines Herzkatheters oder medikamentös) optimiert werden.

 

Projektdaten

Projektort

Universitätsklinikum Bonn, Abteilung für Kinderkardiologie

Projektdauer

12 Monate

Ausblick

Bei Kindern mit angeborenem Herzfehler, insbesondere wenn es sich um komplexe Herzfehler handelt, müssen gegebenenfalls mehrere therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden. Den optimalen Zeitpunkt für den nächsten therapeutischen Schritt zu ermitteln, ist häufig schwierig und beruht aktuell vor allem auf den Erfahrungen der behandelnden Ärzte und den echokardiographischen Befunden. Aus diesem Grund sollen ergänzend zur klinischen Beurteilung und Echokardiographie weitere nicht-invasive Parameter durch Biomarker im Urin etabliert werden. Diese ermöglichen, die Strömungsmechanik des Blutes einzuschätzen, um eine bessere Versorgung von Kindern mit angeborenem Herzfehler sicherzustellen.

Universitätsklinikum Bonn

Im Kinderherz-Zentrum Bonn werden Patienten aller Altersstufen mit angeborenen Herzfehlern betreut. Ihnen werden umfassende Operationsmöglichkeiten sowie die fachliche und wissenschaftliche Kompetenz einer Universitätsklinik angeboten. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der Kliniken und Abteilungen im Herzzentrum der Universität Bonn ist dabei die Grundlage für die erfolgreiche Behandlung. Schwerpunkte sind Operationen von komplexen Herzfehlern bei sehr kleinen und an mehreren Fehlbildungen erkrankten Früh- und Neugeborenen.

Kostenplan

Sachkosten: 55.000 Euro
Forschungskosten: 39.027 Euro
Gesamtkosten: 94.027 Euro