Charmeur Nico überwindet alle Hindernisse

Das Herzkind Nico
Nico kann seinen unbändigen Bewegungsdrang mittlerweile in der Kinderkrippe ausleben.

Am liebsten verteilt Nico Bussis an Kinderkrankenschwestern. Mit ihnen verbrachte der zweijährige Lockenkopf schon viele Monate – eine Zeit, die zusammenschweißt. Nico war eine Woche alt, als die Ärzte ihn zum ersten Mal am Herzen operieren mussten – sieben lange Stunden. Die reinste Strapaze für Kind und Eltern. „Aber Nico hat seinen Lebenswillen gezeigt“, freut sich Mutter Irene. Seit der Operation geht es zum Glück stetig bergauf.

Bereits in der 21. Schwangerschaftswoche entdeckten die Ärzte Nicos Herzfehler. Die Diagnose: hypoplastisches Linksherzsyndrom - ein sogenanntes "halbes Herz". Die Funktion der linken Herzkammer ist gestört, die Hauptschlagader unterentwickelt, sodass der Blutfluss behindert wird. „Wir hatten dennoch Glück im Unglück, dass diese Fehlbildung so schnell erkannt wurde“, hält Mutter Irene fest. Auf die Spur der Erkrankung kamen die Ärzte dank einer 4D-Aufnahme aus einer Studie mit Schwangeren, an der auch Irene zufällig teilgenommen hatte.

Das Herzkind Nico
Nicos Herzfehler wurde früh vor seiner Geburt erkannt und im Herzzentrum München behandelt.

Zwei Versuche, den Herzfehler bereits vor der Geburt noch im Mutterleib durch eine endoskopische Operation zu beheben, brachten keinen Erfolg. „Am Deutschen Herzzentrum München hat man uns wieder Mut gemacht“, berichten Nicos Eltern. „Die letzten vier Schwangerschaftswochen konnte ich dann erstaunlicherweise genießen, denn wir fühlten uns bei den Ärzten und Pflegern in sicheren Händen. Sie haben alles für uns geregelt“, erinnert sich die junge Mutter. Bei der dramatischen OP kurz nach seiner Geburt setzten die Kardiologen ein Shunt-Röhrchen in Nicos Herz. Es hatte zuvor unregelmäßig und dann überhaupt nicht mehr geschlagen.

Während der Operation hing sein zartes Leben an der Herz-Lungen-Maschine. Mit sechs Wochen durfte Nico zum ersten Mal nach Hause. In einem zweiten und dritten Eingriff wurde der Shunt entfernt und durch eine Vene, später durch ein spezielles Gummiband ersetzt. „Nico hat all das weggesteckt. Er war wirklich brav“, freut sich die Mutter. „Von den Krankenschwestern wollte er sich gar nicht trennen, als er nach seiner letzten Operation heim durfte.“

Das Herzkind Nico
Nico liebt Autos, Motorräder und vor allem sein Bobbycar.

Zu Hause kehrten nach vielen bangen Monaten endlich Ruhe und Alltag ein. Inzwischen besucht Nico die Kinderkrippe. Sein Bewegungsdrang ist stark – am liebsten tobt er im Freien. Autos, Motorräder und sein Bobbycar liebt er innig. Nichts unterscheidet ihn äußerlich von anderen Kindern. „Wir packen ihn nicht in Watte. Nico soll selbstständig seine Grenzen erfahren und tut das auch. Er geht auf jeden zu, den er trifft“, sagen seine Eltern. Laufen und Sprechen lernte Nico zwar etwas später, doch ist er ein „gewieftes Köpfchen“. Papa Fabian ist einfach nur froh: „Es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben. Nico hat alles geschafft.“