Jetzt singt Clarissa

Herzkind Clarissa neben ihrem zeitweise ständigen Begleiter: einem künstlichen Herz
Herzkind Clarissa neben ihrem zeitweise ständigen Begleiter: einem künstlichen Herz

 

Update: Clarissa hat an Weihnachten 2017 ein Spenderherz erhalten! Lesen Sie hier wie es dazu kam.


Clarissa ist ein Zwillingskind. Während ihr Bruder Finn kerngesund zur Welt kam, hätten die Komplikationen bei Clarissa jedoch kaum größer sein können. Einmal stand ihr krankes Herz sogar für eine kleine Ewigkeit ganz still.

In der 22. Schwangerschaftswoche diagnostizierten die Ärzte bei dem Mädchen einen sehr selten wie komplizierten Herzfehler – einen AV-Block dritten Grades. „Ihr Herz war im Prinzip anatomisch verkehrt herum aufgebaut“, erzählt Mutter Nadine. Zudem waren ihre Herzkammern unterschiedlich groß. Bei jeder der folgenden, monatlichen Ultraschalluntersuchung musste gebangt werden, ob das Mädchen sich so wie ihr gesunder Bruder mit entwickelt und wächst. „Die Ärzte haben uns trotz schwieriger Prognosen immer wieder aufgemuntert“, sagt Clarissas Mutter.

Schließlich erblickten die zweieiigen Zwillinge sieben Wochen zu früh das Licht der Welt. Und erneut war es Clarissa, die aufgrund einer Infektion direkt nach der Geburt um ihr Leben kämpfte. Mit Erfolg. Ihr Zustand stabilisierte sich. Nach rund zwei Jahren konnte ein Eingriff geplant werden, der ihren schweren Herzfehler korrigieren sollte. Aber dazu kam es nicht.

Wieder spielte das Schicksal nicht mit. Die inzwischen zweijährige Clarissa lebte zuhause bei Ihrer Familie, als eine Erkältung zu einer dramatischen Verschlechterung führte. „Sie wollte nichts mehr essen und lief eines Abends blau an“, erzählt Mutter Nadine. Sie wählte den Notruf. Die folgende Nacht verbrachten Mutter und Kind in der Klinik. Um 8.30 Uhr dann der Schock: Clarissas Herzschlag setzte aus. Über eine Stunde versuchten die Ärzte sie wiederzubeleben. Wieder kämpfte sich Clarissa zurück ins Leben. Zwei Wochen lang war sie an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, ihre Zukunft hing am seidenen Faden.

Das kleine Herz hatte inzwischen so wenig Kraft, dass die Ärzte entschieden, Clarissa an ein künstliches Herz anzuschließen. Sie lebte Seite an Seite mit dem lebensnotwendigen Apparat im Deutschen Herzzentrum Berlin, das sie deshalb nicht verlassen konnte, und wartete auf ein Spenderherz. Mutter Nadine war zehn bis zwölf Stunden täglich bei ihr, zuhause warten anschließend ihre Söhne Finn und Tim auf sie.

Trotz so vieler Rückschläge hat Clarissa keine bleibenden, geistigen Schäden davongetragen. Im Gegenteil: Sie ist sehr musikalisch. Für ihr Alter singt sie viele Kinderlieder schon richtig gut mit: am liebsten „ Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“ oder den „Katzentatzentanz“.