Eigenständige Atmung direkt nach der Fontan-Operation

Hintergrund

Manche Babys kommen mit nur einer statt mit zwei Herzkammern zur Welt. Ihre Körper- und Lungenschlagader werden entsprechend aus derselben Herzkammer versorgt. Mit der vom französischen Herzchirurgen Francois M. F. Fontan 1971 entwickelten Operationsmethode wird dieser gemeinsame Kreislauf getrennt. Dadurch wird die Sauerstoffunterversorgung behoben und die hohe Druckbelastung der Herzkammer reduziert. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Fontan-Patienten, sich schneller von der Operationen erholen, wenn sie direkt danach aus der Narkose geweckt werden und eigenständig atmen –  statt klassisch-maschinell in der Narkose beatmet zu werden.

Ziele

In einer ersten Studie galt es herauszufinden, ob Extubierte, also eigenständig atmende Fontan-Patienten, sich schneller von Operationen erholen. Im besten Fall kann so für die Kliniken eine Handlungsempfehlung ausgesprochen werden. Für die Zukunft ist geplant, ergänzende Studien durchzuführen, um das medizinische Endresultat (Outcome), nach kinderherz-chirurgischen Operationen weiter verbessern zu können.

Methode

Über drei Jahre lang wurden circa 200 Parameter vor, während und nach der Operation von Fontan-Patienten erfasst. Darunter fallen unter anderem Herzkatheter- und Echokardiographie-Daten, Laborparameter, anästhesiologische und chirurgische Daten und – vor allem – nach der Operation entstandene intensivmedizinische Informationen über Durchblutung, Medikamentengebrauch, Komplikationen, Interventionen und den weiteren Verlauf bis zur Entlassung. Die Durchblutungs-Daten, wie Herzfrequenz, systolischer und diastolischer Blutdruck, zentraler Venendruck sowie Urin-Ausscheidung, wurden stündlich über die ersten 24 Stunden nach der Operation erfasst.

 

Projektdaten

Projektort

Universitätsklinikum Münster, Abteilung für Kinderherz-Chirurgie

Projektdauer

24 Monate

Ausblick

Für Ärzte und Pflegepersonal mag die unmittelbare Entfernung des Beatmungsschlauches (Extubation) und somit die Aufgabe des sicheren Atemweges bei einem frisch am Herzen operierten Kind zunächst unsicher erscheinen. Doch Ein eigenständig atmendes, waches Kind strahlt Zuversicht und ein Gefühl von Sicherheit aus – insbesondere den Eltern gegenüber. Und die Forschung zeigt aber, dass die medizinischen Vorteile überwiegen: Zwar ist die durchgeführte Studie durch ihre begrenzte Fallzahl von 114 Kindern limitiert, jedoch liefert sie Ergebnisse, die eindeutig für eine unmittelbare Extubation sprechen und die vorher genannten Hypothesen weitestgehend bestätigen.

Universitätsklinikum Münster

Die Klinik für Pädiatrische Kardiologie ist spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie des gesamten Spektrums angeborener und erworbener Herz- und Kreislauferkrankungen. Zu den besonderen Schwerpunkten der Klinik gehören die Behandlung dieser Erkrankungen sowie die kinderkardiologische und -herzchirurgische Intensivmedizin. Zusammen mit der Kinderherz-Chirurgie werden am Universitätsklinikum Münster über 200 Operationen und mehr als 250 Herzkatheter-Untersuchungen pro Jahr durchgeführt. Auch Herztransplantationen und Kreislaufersatzverfahren (wie Kunstherz) kommen zum Einsatz. Die kinderkardiologische Ambulanz umfasst zahlreiche Spezialambulanzen (u.a. Pulmonale Hypertension).

Kostenplan

Überwachungsgerät für die Sedierung: 16.000 Euro
Gesamtkosten: 16.000 Euro