Spenden statt Geschenke - „Elsass-Bäcker“ feiert Geburtstag zugunsten herzkranker Kinder

Elsass-Bäcker Anton Jung aus Schönberg, Sylvia Paul (Stiftung KinderHerz) und Professor Peter Ewert, der seit 1. Januar 2017 das DHM als Artzlicher Direktor leitet
Elsass-Bäcker Anton Jung aus Schönberg, Sylvia Paul (Stiftung KinderHerz) und Professor Peter Ewert, der seit 1. Januar 2017 das DHM als Artzlicher Direktor leitet

Elsass-Bäcker Anton „Toni“ Jung hat im Januar seinen 50. Geburtstag gefeiert. Zu diesem runden Jubiläum wünschte er sich von den Gästen seiner Feier keine Geschenke. Stattdessen bat er sie um eine Spende an die Stiftung KinderHerz. Nach einer rauschenden Feier kamen 8.000 Euro zusammen. Mit dieser Spende kann die Stiftung am Deutschen Herzzentrum München (DHZM) die zweite Phase eines Atemtraining-Programms für Kinder mit angeborenem Herzfehler einleiten.   

„Alle meine knapp 180 Gäste haben ein großes Herz gehabt“, berichtet  Anton Jung bei seinem Besuch in der Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler des DHM. Im Beisein von Klinikleiter Prof. Dr. Peter Ewert, der seit 1. Januar 2017 auch Ärztlicher Direktor des DHM ist, hatte sich der Bäckermeister zur offiziellen Scheckübergabe erneut etwas Besonderes einfallen lassen: Gemeinsam mit Sylvia Paul, Geschäftsführerin der Stiftung KinderHerz Deutschland, verteilte er Dutzende Tüten mit Laugengebäck und Broten in Herzform sowie hunderte Plätzchen an die Herzkinder, die Ärzte und die Mitarbeiter der Klinik. „Viele Freunde und Bekannte wollen meinem Beispiel folgen und bei ihren Feiern ebenfalls Spenden für herzkranke Kinder sammeln“, freut sich der Bäcker, der in Schönberg und Umgebung sechs Filialen betreibt.

Mit der Geburtstagsspende beginnt Phase 2 der Studie

„Diese Spende ist einer der ersten und deshalb sehr wichtigen Bausteine, um ein zukunftsweisendes Projekt am Deutschen Herzzentrum München fortsetzen zu können“, sagt Sylvia Paul. „Toni Jung hat sein gesamtes Netzwerk für unsere Herzkinder mobilisiert.“ Für Phase zwei des Atemtraining-Projekts konnte die Stiftung insgesamt bereits etwa ein Fünftel des benötigten Spendengeldes sammeln.

Das spezielle Atemtraining soll die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern verbessern, die mit nur einer funktionsfähigen Herzkammer auf die Welt gekommen sind. In mehreren Operationen stellen die Herzspezialisten bei diesen Kindern einen Fontan-Kreislauf her. Dadurch kann sauerstoffarmes Blut aus dem Körper direkt in die Lunge gelangen. Doch die Betroffenen leiden unter fortschreitend abnehmender Leistungsfähigkeit. In Phase eins des Atemtrainings am Deutschen Herzzentrum München zeigte sich jedoch, dass deutliche und anhaltende Verbesserungen möglich sind.

Bei dieser Studie trainierten die Herzkinder sechs Monate täglich mit einem Atemtrainingsgerät zweimal 15 Minuten bei 30 bis 60 Prozent ihrer maximalen Inspirationskraft. Sie können zuhause üben, da das Training durch speziell geschultes Personal der Klinik überwacht wird.

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Der vierjährigen Aliyah (vorne) und allen anderen Herzkindern, Ärzten und Mitarbeiter der Kinderkardiologie schenkte Bäckermeister "Toni" Jung ein Herz aus Laugengebäck und Stiftungs-Plätzchen.