3 Fragen an unsere Kinderherz-Spezialisten

Tag für Tag kämpfen Sie für herzkranke Kinder. Helden des Alltags für unsere Herzkinder. Sie betreuen ihre Patienten tagtäglich mit viel Know-how und sehr viel Hingabe. Die Herausforderung ist groß, jeden Tag aufs Neue. Dank jahrelanger Erfahrung, viel wissenschaftlicher Forschungsarbeit und innovativer Technik bekommen viele kleine Herzpatienten erst die Chance auf eine Kindheit.

Die Stiftung KinderHerz unterstützt die Kinderherz-Zentren, die Forschungsprojekte und pflegt ein großes Netzwerk an Experten für einen regen Wissensaustausch. Nachfolgend lesen Sie kurze Statements unserer Spezialisten aus den Kinderherz-Zentren, aus Wissenschaft und Forschung, aus allen relevanten Themenbereichen. Aktuell greifen wir das Thema Corona auf. Lesen Sie selbst.

  

3 Fragen an Univ.-Prof. Dr. med. Jockenhövel

Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Jockenhövel hat die NRW-Scherpunktprofessur BioTex – Biohybrid & Medical Textiles, am Institut für Angewandte Medizintechnik der RWTH Aachen inne, die eine Brücke bildet zwischen Materialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und der Medizin. Heute beantwortet er unsere 3 Fragen.


SKH: Prof. Jockenhövel, Sie beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit biohybriden Implantaten - was kann man sich darunter vorstellen? 

Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung lebendiger, körpereigener Gewebe, wie z.B. Herzklappen, die biologischen Herzschrittmacher oder aber vitalen Blutgefäßen oder Luftröhren. Da die Zellen von unterschiedlichen Patienten sich auch unterschiedlich verhalten, ist es aus produktionstechnischer Sicht extrem schwierig, Implantate mit gleichbleibend hoher Qualität ausschließlich aus diesen körpereigenen Zellen zu kultivieren. Daher versuchen wir durch eine balancierte Kombination aus technischen Grundstrukturen und patienten-eigenen Zellen solche lebendigen Implantate zu erzeugen. Diese sogenannten Biohybriden Implantate vereinigen ...

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3 Fragen an Dr. Steinbrener

Ein neues Forschungsprojekt der Universität Klagenfurt beschäftigt sich mit dem Einsatz von Robotern in der Chirurgie. Dr. Jan Steinbrener, der Projektleiter am Institut für Intelligente Systemtechnologien hat uns 3 Fragen zu seinem Vorhaben beantwortet.  

 

SKH: Dr. Steinbrener, was genau erforschen Sie und Ihr Team?  

Ganz allgemein formuliert erforschen wir neue Methoden, damit Roboter in der interventionellen Radiologie (also in der bildgebungsgestützten, minimal-invasiven Chirurgie) künftig eigenständiger agieren können. Die derzeit verfügbaren Systeme sind reine Teleoperatoren oder Assistenten zum Halten und Zielen. Sie beschränken sich also darauf, menschliche Handlungen und Bewegungen einzuschränken oder gegebenenfalls auch zu korrigieren. Dadurch lässt sich die Präzision mancher Eingriffe zwar erhöhen, die Operation wird aber nach wie vor von Anfang bis zum Ende von Hand ausgeführt. Damit Roboter zu einer gesteigerten Kosteneffizienz und damit zu einer breiteren Verfügbarkeit auch von komplexen Eingriffen beitragen können, müssen sie lernen, zumindest zeitweise selbstständig agieren zu können. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Roboter seine Aufgaben auch in herausfordernden und sich ändernden Bedingungen zuverlässig absolvieren kann und dass er frühzeitig erkennt, wenn Korrektur durch eine menschliche Hand erforderlich wird. Neben wichtigen rechtlichen und ethischen Fragestellungen in diesem Bereich gilt es insbesondere auch große technologische Herausforderungen zu meistern. Mit unserem Forschungsprojekt wollen wir den Grundstein für die nächste Generation von selbstständigeren, chirurgischen Robotern legen. Im ersten Schritt wird es darum gehen mit Hilfe ...

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3 Fragen an Prof. Schubert

Seit Juli ist Professor Dr. Stephan Schubert Direktor der Kinderkardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen. Er berichtet uns über seinen Start in Bad Oeynhausen und seine Pläne für die Klinik.

SKH: Herr Prof. Schubert, am 01. Juli haben Sie Ihre neue Funktion als Direktor der Kinderkardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen angetreten. Haben Sie sich gut eingelebt und ist es für Sie eine große Umstellung nach Berlin?

Ja, das habe ich. Der Wohnortwechsel neben der laufenden Arbeit war natürlich eine gewisse Herausforderung, aber sie ist mir und meiner Familie gelungen.

Da ich Bad Oeynhausen bereits seit Januar mehrfach besucht habe, war die Umstellung einfacher und vor allem haben wir schnell eine neue Bleibe gefunden.

Das ermöglicht natürlich einen guten Start beruflich und privat und wäre umgekehrt sicherlich nicht möglich gewesen.

Somit nutznieße ich die Möglichkeiten einer kleineren Stadt in Bezug auf kurze Dienstwege, Angebot auf dem Wohnungsmarkt und überschaubarer Struktur sehr.

 

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3 Fragen an Prof. Seyfried

Heute stellen wir unsere 3 Fragen an Prof. Dr. Salim Seyfried, von der Uni Potsdam. Prof. Seyfried und sein Team sind Zoophysiologen und haben über die Ausbildung von Herzklappen geforscht.

 

SKH: Durch Studien an Zebrafischembryonen haben der Zoophysiologe Prof. Salim Seyfried und sein Team an der Uni Potsdam herausgefunden, dass ein Gen eine entscheidende Rolle in der Ausbildung von Herzklappen spielt.

Prof. Seyfried, was genau haben Sie untersucht?

Das Herz besteht nicht nur aus Herzmuskelzellen sondern auch aus einem ganz besonderen Blutgefäß, dem Endokardium. Dieses trägt während der Herzentwicklung zur Ausbildung von Herzklappen bei und hat vielfältige andere Aufgaben, die bislang allerdings nur unzureichend erforscht sind. Wir wissen jedoch, dass etwa 90-95% aller angeborenen Herzfehler auch einen Beitrag des Endokardiums haben. 

Mit unserer Studie wollten wir nun einen ersten Schritt in eine ganz neuartige Richtung der Herzforschung gehen und untersuchen, wie diese Endokardiumzellen den Blutfluss durch das Herz wahrnehmen und wie sie darauf reagieren. Insbesondere wollten wir wissen, was passiert, wenn das Endokardium den Blutfluss nicht mehr spürt. Dabei haben wir ein wichtiges Gen entdeckt, das dabei eine entscheidende Rolle spielt. Wir haben nun zeigen können, dass der Verlust dieses Gens dazu führt, dass Herzklappen nicht mehr richtig ausgebildet werden. Wir konnten auch zeigen, dass das Endokardium dann auch nicht mehr in der Lage ist, den Blutfluss korrekt wahrzunehmen. Damit konnten wir zeigen, wie wichtig der Blutfluss für die Ausbildung von Herzklappen ist und wie das Endokardium auf den Blutfluss reagiert.

 

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