Die Ernährung von herzkranken Kindern verbessern

Hintergrund

Kinder mit angeborenem Herzfehler werden oft mit einer Mangelernährung auf der Intensivstation aufgenommen. Nach einer Operation wird deren Ernährung häufig aufgrund von unsicheren klinischen Hinweisen unterbrochen oder verzögert begonnen. Mit messbaren Parametern, die Aufschluss über biologische Prozesse geben, sogenannte BioMarker, die im Urin zu finden sind, könnte die Ernährung herzkranker Kinder auf der Intensivstation in Zukunft besser und schneller verlaufen – ohne Komplikationen bei Nahrungsaufnahme.

Ziele

Der Nahrungsaufbau bei Kindern mit angeborenem Herzfehler wird auf der Intensivstation häufig vorbeugend unterbrochen. Diese Studie soll helfen, messbare Parameter (BioMarker) zu finden, um die Ernährung von Kindern zu begleiten und zu untersuchen. Die Bestimmung dieser BioMarker kann früh auf das Auftreten eines Problems im Magen-Darm-Trakt hinweisen und so den allgemeinen gesundheitlichen Zustand eines herzkranken Kindes verbessern.

Methode

Von 132 Patienten im Alter von 0 bis 10 Jahren erfolgten der Reihe nach Blut- und Urinprobenentnahmen vor und nach Operationen am Herzen. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen werden mit den Verläufen der Kinder auf der Intensivstation und anschließend auf der Normalstation verglichen. Es werden Parameter wie Nahrungsverträglichkeit, Zeit bis zum Erreichen einer Ernährung mit 100 ml/kg Körpergewicht/Tag, aufgetretene Komplikationen (wie entzündliche Darmerkrankung oder andere Infektionen), Gedeihen während des stationären Aufenthalts und der Zeit bis zur Entlassung verglichen. Mittels statistischer Analyse soll damit beschrieben werden, in welcher Form BioMarker einen Aufschluss über den Nahrungsaufbau geben.

 

Projektdaten

Projektort

Universitätsklinikum Bonn, Abteilung der Kinderkardiologie

Projektdauer

6 Monate

Ausblick

Im Kinderherz-Zentrum Bonn werden Patienten aller Altersstufen mit angeborenem Herzfehler betreut. Ihnen werden umfassende Operationsmöglichkeiten sowie die fachliche und wissenschaftliche Kompetenz einer Universitätsklinik angeboten. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der Kliniken und Abteilungen im Herzzentrum der Universität Bonn ist dabei die Grundlage für die erfolgreiche Behandlung. Schwerpunkte sind Operationen von komplexen Herzfehlern bei sehr kleinen und an mehreren Fehlbildungen erkrankten Früh- und Neugeborenen.

Universitätsklinikum Bonn

Mit der Analyse von BioMarkern wird eine bessere Ernährung von Kindern auf der Intensivstation möglich sein und der stationäre Aufenthalt – insbesondere von Kindern mit komplexen angeborenen Herzfehlern – verkürzt werden. Zudem könnte die Häufigkeit von Infektionen gesenkt werden. Eventuell werden BioMarker auch bei Kindern mit anderen Erkrankungen die Ernährung unterstützen können. Die verbesserte Ernährung der Kinder und die schnellere und/oder bessere Genesung könnten verspätete und schlechtere neurologische Entwicklungen dieser Kinder vermeiden. Eventuell würden mehr Kinder mit komplexen angeborenem Herzfehler später einen Beruf erlernen und selbstständig leben können. Damit werden nicht nur die Patienten gefördert, sondern auch die Familien und die Gesellschaft entlastet.

Kostenplan

Laboruntersuchungen: 10.000 Euro
Sachkosten für Publikation: 1.000 Euro
Forschungskosten (Auswertung, Datenanalyse, Publikation), ca. 300 Stunden: 18.323 Euro
Eigenanteil Universitätsklinikum Bonn: 4.323 Euro
Gesamtkosten: 29.323 Euro