Kleine Klappen mit großem Potential

Hintergrund

Trotz der unbestrittenen Erfolge der Kinderherz-Chirurgie, der kinderkardiologischen Herzkatheter-Techniken und Intensivmedizin bleibt das Risiko einer verfrühten tödlichen Erkrankung bei komplexen Herzfehlern. Am Uniklinikum Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen besteht in enger Kooperation mit der Kinderkardiologie und Kinderherz-Chirurgie seit vielen Jahren eine Expertise in der Behandlung komplexer Herzfehler.

Ziele

Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines Herzklappentyps von gerade mal 4 bis 9 Millimetern, der zurzeit auf dem Markt nicht erhältlich ist. Die Klappe wird für den Ductus Arteriosus (DA-Klappe), einer Gefäßverbindung zwischen der Aorta und der rechten Herzseite zur Lunge (Truncus pulmonalis), für HLHS (= Hypoplastic Left Heart Syndrome)-Neugeborene entwickelt. Die Vorteile einer DA-Klappe für HLHS-Patienten wären enorm, da sich die Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit verringern würde.

Methode

Mit dem Hybrideingriff – bekannt als „Gießen Hybrid“ – wurde mit einer Parallelschaltung bei Neugeborenen mit HLHS eine deutschland- und weltweit überzeugend niedrige Sterblichkeit erzielt. Bei einer parallelen Kreislaufzirkulation dienen rechte und, falls vorhanden, linke Herzkammer gemeinsam der Sicherstellung des Körperkreislaufs. Dafür ist eine klappentragende Gefäßstütze notwendig, um schwerwiegende Durchflussstörungen von Flüssigkeiten durch Organe wie Gehirn und Herz, sicher zu vermeiden.

 

Projektdaten

Projektort

Universitätsklinikum RWTH Aachen & Institut für angewandte Medizintechnik der RWTH Aachen

Projektdauer

12 Monate

Ausblick

Perspektivisch wird durch die Entwicklung von Mini-Gefäß-Klappen die Strömungsdynamik des Blutes im Körper so verbessert, dass die Krankheitshäufigkeit und Sterblichkeit beim HLHS-Patient verringert, die dadurch verbesserte Hirndurchblutung könnte die Schäden im Gehirn vermindern.

Universitätsklinikum RWTH Aachen

Die Klinik für Kinderkardiologie bildet gemeinsam mit der Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler im Kindes- und Erwachsenenalter das Kinderherz-Zentrum Aachen. Die Klinik ist für die Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen mit angeborenen oder erworbenen Herz- und Gefäßerkrankungen verantwortlich. Die Krankenversorgung schließt die ambulante und stationäre Betreuung dieser Patienten mit der invasiven und nicht-invasiven Diagnostik und Therapie ein. Die Vorbereitung zur Herzoperation sowie die postoperative Überwachung und Therapie inklusive internistischer und postoperativer intensivmedizinischer Versorgung sind weitere Bestandteile des Aufgabengebietes.

Kostenplan

Forschung, biomedizinische Technik: 68.400 Euro
Verbrauchsmaterialien: 31.600 Euro
Gesamtkosten: 100.000 Euro