Die Entwicklung einer bioartifiziellen Herzkammer

 

Auf ein passendes Spenderherz zu warten, ist für die allermeisten Kinder mit angeborenem Herzfehler keine realistische Alternative. Es gibt zu wenige Spender und die Zeit läuft ihnen davon. Betroffen sind Kinder, die zum Beispiel mit nur einer Herzkammer auf die Welt gekommen sind (univentrikuläres Herz). Durch ein frühes, sogenanntes Fontan-Operationsverfahren kann ihnen das Leben gerettet werden. Vorerst. Mittel- und langfristig bereitet die fehlende Kammer den empfindlichen Kinderherzen in der Regel große Probleme. Die möglichen Komplikationen sind vielschichtig und können bis zum Kreislaufversagen führen.

Bei Einkammer-Herzen wird mittels der Fontan-Operationen die eine zur Verfügung stehende Herzkammer dazu eingesetzt, das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Das sauerstoffarme Blut wird direkt (also ohne vorgeschaltete Kammer) in die Lunge geleitet. Das Fontan-Prinzip wird seit Ende der 1960er Jahre angewendet.

Eine Herzkammer aus Stammzellen gezüchtet

tl_files/contentbilder/Aktionen unserer Partner/Hamburg/DSC_9583.JPGEin innovatives Kooperationsprojekt des Instituts für Experimentelle Pharmakologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und und dem Aachener Helmholtz Institut für Biomedizinische Technik arbeitet an einer vielsprechenden Lösung für die betroffenen Kinder. Unter der Leitung von Professor Thomas Eschenhagen wollen die ambitionierten Hamburger Forscher eine bioartifizielle Herzkammer entwickeln (Prinzip des Tissue engineerings). Sie züchten im Labor lebende Herzmuskelzellen, die sie mit modernsten Verfahren aus Stammzellen gewinnen. Die so herangezüchtete Herzkammer kann sich zusammenziehen, sie ist kontraktil. Durch Einbringen von bioartifiziellen Herzklappen kann ein gerichteter Blutstrom erzeugt werden. Die Herzkammer soll ein Teil des verbrauchten, sauerstoffarmen Blutes aktiv in die Lunge pumpen.

Dieses Projekt ist interdisziplinär und interuniversitär ausgelegt. Nur so können die komplexen Anforderungen an das Ergebnis dieses medizinischen Projekts im Bereich angeborener Herzfehler realisiert werden. Im Ergebnis rechnen die Forscher mit einem bahnbrechenden Schritt, der für die Herzpatienten eine erheblich größere Überlebenschance bedeuten würde.

Die nächsten Schritte dieses Forschungsprojekts sind nur mit Hilfe eines naturwissenschaftlichen Doktoranden zu leisten. Derzeit fehlen rund 44.000 Euro/Jahr zur Finanzierung einer solchen Stelle, die auf drei Jahre angelegt ist. Spenden Sie jetzt!