Ne kölsche Jung mit Löwenherz

Ahoi! Rheinabwärts kann Louis nach seinen Fontan-Operationen am Uniklinikum Köln nach Hause schippern.
Ahoi! Rheinabwärts kann Louis nach seinen Fontan-Operationen am Uniklinikum Köln nach Hause schippern.

 

Unbedingt sollte der kleine Louis-Raphael in der Domstadt am Rhein das Licht der Welt erblicken. Papa Badasar wünschte sich, dass sein Sohn ein echter Kölner wird. Louis‘ Familie wohnt zwischen Köln und Düsseldorf. Als die Wehen bei Mama Liesa einsetzten, fuhren sie dementsprechend schnurstracks gen Süden. Louis wurde ein Sonntagskind - und Kölner. Papa war glücklich. Mama war glücklich. Bis ihr Baby zwei Stunden nach der Geburt blau anlief und niemand sein Schreien beruhigen konnte.

Eine erfahrene Krankenschwester deutete die Situation als Erste richtig. An einer Vergiftung konnte es nicht liegen. Louis‘ Herz musste eine Fehlbildung haben. Die Ärzte verlegten ihn rasch ins Herzzentrum des Universitätsklinikums Köln. Die linke Herzkammer war blockiert und nicht funktionsfähig. Louis wies die Merkmale eines hypoplastischen Linksherzsyndroms auf. Der Blutfluss reichte nicht aus, um seinen kleinen Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. An Louis‘ fünftem Tag auf Erden leiteten die Kinderherz-Spezialisten den ersten von drei Operationsschritten ein, die ihm das Leben retten sollten.

Louis ist inzwischen drei Jahre alt. Die dritte der sogenannten Fontan-Operationen hat er gerade überstanden. Dabei hat seine verbleibende funktionierende Herzkammer die Aufgabe übernommen, das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Das sauerstoffarme Blut wird nun direkt, ohne vorgeschaltete Kammer, passiv in die Lunge geleitet.

„Es war hart, Louis‘ Zustand nach der OP ertragen zu müssen und nichts für ihn tun zu können“, erzählt Mutter Liesa. „Er war traumatisiert, wollte sein Zimmer nicht verlassen, hat kaum gesprochen und sogar nachts im Schlaf geweint.“ Hinzu kamen Entzugserscheinungen von den Schmerz- und Beruhigungsmitteln. Eine Kunsttherapie brach nach einer Woche schließlich die Blockade. Sein „Aua“ auf der Brust ist gut verheilt.

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Für sein Alter ist der „kölsche Jung“ zwar noch etwas zu leicht, dafür jedoch geistig voll auf der Höhe. Louis lernt vier Sprachen. Neben deutsch sprechen seine Eltern mit ihm armenisch und türkisch, im Kindergarten wird sich auch auf Englisch unterhalten. Sein Lieblingstier, den Löwen, kann Louis schon in allen Sprachen benennen. „Ich möchte einmal nach Afrika“, wünschte er sich. Auch den Geißbock mag Louis sehr, denn – na klar – als echter Kölner ist er natürlich FC-Fan und macht seinen Papa damit stolz.

Für die große Karriere als Fußballer wird es für den jungen Herzpatienten allerdings nie reichen. Bereits jetzt hat er erkannt, dass er mit seinen gleichaltrigen Spielkameraden beim Toben nicht mithalten kann. Seine Erzieherinnen im Kindergarten geben stets Acht, dass er das Klettergerüst nicht bis zur Spitze erklimmt. Louis macht’s mit Ruhe, spielt lieber entspannt am Tisch sitzend, anstatt im Stehen. Dass der kleine Mann Stehvermögen hat, hat er allen ohnehin bereits bewiesen.