Hallo, ihr Herzchen da draußen, hier ist Martha!

"Wir Herzkinder sind Kämpfer. Gemeinsam sind wir stark. Und ich bin nun mal eine Löwin!" (Herzkind Martha)
"Wir Herzkinder sind Kämpfer. Gemeinsam sind wir stark. Und ich bin nun mal eine Löwin!" (Herzkind Martha)

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Mein Name ist Martha und eigentlich kann ich noch gar nicht reden oder schreiben. Aber meine Mami dachte sich einfach mal über mich zu schreiben, damit ich anderen Kindern mit einem angeborenen Herzfehler und ihren Eltern Mut mache. Ich bin gerade mal 16 Monate alt und habe bereits zwei große OPs hinter mir.

Alles fing in der 30. Schwangerschaftswoche meiner Mama an. Wenn ich mich zurückerinnere, war es in ihrem Bauch immer richtig schön kuschelig und warm. Also, meine Mama war wie immer bei einer Routineuntersuchung. Nachdem die Ärztin einen Ultraschall von mir gemacht hatte, meinte sie, dass ich ein bisschen klein wäre und zu wenig wiegen würde. Wer mich jetzt sieht, würde nicht auf die Idee kommen, dass ich zu schmächtig bin. Auf jeden Fall sollte Mama zu einem anderen Arzt gehen, der noch viel bessere Geräte zum Nachschauen hat. Sie war schon ein wenig verunsichert und irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl im Bauch. Ich war das aber nicht!

Am nächsten Tag saßen wir bei dem anderen, sehr netten Arzt. Schon wieder ging es mit diesem komischen Ding auf dem Bauch meiner Mama los. Der Arzt war zunächst ruhig und schaute sich alles an. Wie immer hatte ich mich eingekugelt. Ich wollte ja nicht alles von mir zeigen. Schließlich bin ich eine kleine Lady. Die Zeit verging und dann fing der Arzt an zu erzählen: „Ihre Tochter hat einen angeborenen Herzfehler“.

 

Und plötzlich war dieses komische Gefühl da. Meine Mama fing an zu weinen und wusste nicht was los war. Der Arzt konnte sie beruhigen und ihr viel darüber erklären, zum Beispiel, das ich mit meinem Herzfehler genauso gut leben und mich entwickeln kann wie andere Kinder. Ach ja, bevor ich es vergesse, der Herzfehler nennt sich Transposition der großen Arterien des Herzens (TGA). Was da genau los ist, verstehe ich noch nicht. Ich hab nur mal gehört, dass da was vertauscht ist, was wieder an die richtige Stelle gemacht werden muss. Wenn ich größer bin, erklärt mir meine Mama das nochmal.

Und so fing dann der Marathon zwischen meinem eigentlichen Zuhause und meinem zweiten Zuhause, dem Kinderherzzentrum in Gießen, an. Irgendwann kam mein großer Tag. Ich wurde geboren. Von wegen klein und leicht! Nee, nee, ich wog 3.550 Gramm und war 51 Zentimeter groß. Also, im Bauch war es echt wärmer. Aber dann hab ich meine Mama kennengelernt. Auch wenn es nur sehr kurz war, konnte ich sie riechen und fühlen. Wow, war das ein tolles Gefühl! Naja, dann ging es ganz schnell und ich war weg.

 

Die Ärzte machten, dass ich tief und fest schlief - wie Dornröschen. Sie schoben mir so ein Ding durch die Leiste und ich kam auf so eine Station. Die nennt man Intensivstation. Ein paar Stunden später war endlich meine Mama da. Und so vergingen ein paar Tage, bis meine große OP anstand. Ich sage euch, die ging ganz schön lange, aber ich habe sie wie eine Löwin weggesteckt. Das liegt bestimmt auch daran, dass mein Sternzeichen Löwe ist.

tl_files/contentbilder/herzkinder/Herzkind Martha, aelter.jpgAuf der Station habe ich mich gut erholt. Nach fast zwei Wochen wurde ich entlassen. Puh, endlich geschafft! Jetzt konnte ich auch endlich meine große Schwester kennenlernen. Endlich Zuhause angekommen! So verging die Zeit und heute bin ich ein kleines Mädchen wie jedes andere Mädchen auch. Ich schlafe, ich esse, ich lache, ich nöle und ärgere auch manchmal meine Schwester.

 

Eigentlich dachten meine Eltern, dass es meinem kleinen Herzchen jetzt gut geht. Aber nö! Ich musste nochmal in meine Zweitheimat reisen. Weil sich da einfach eine Engstelle an meinem Herzen gebildet hat, wurde ich nochmal operiert. Aber ich kann euch eins sagen: Auch das habe ich geschafft. Denn wir Herzkinder sind Kämpfer. Gemeinsam sind wir stark. Natürlich haben meine Mama und mein Papa große Sorgen um mich. Aber ich bin ja nun mal die Löwin und durch mein zauberhaftes Lächeln, wissen meine Eltern, dass alles gut wird.

Ich kann euch da draußen vielleicht nicht die mutigste Geschichte erzählen, doch ich habe schon in vielen Bereichen mein kleines Näschen hineinstecken können. Der mutigste Schritt in meinen jungen Jahren, ist der Schritt, den meine Eltern mit mir gemeinsam gehen. Sie stehen mir zur Seite. Ich bin jetzt ein Kindergartenkind und entdecke die Welt. Ihr werdet noch sehen, wie mutig ich sein kann!

Ich und meine Familie wünschen euch viel Kraft und senden euch ganz viel Tapferkeit und Mut!

 

Eure Martha