Die #MissionMut 2018

Künstlerin Roswitha Steinkopf und Stiftungsvorstand Sylvia Paul händigten Volker Schmid, Raumfahrtmanager des DLR, die Flagge mit den "Drei Geschichten vom Mut" aus.
Künstlerin Roswitha Steinkopf und Stiftungsvorstand Sylvia Paul händigten Volker Schmid, Raumfahrtmanager des DLR, die Flagge mit den "Drei Geschichten vom Mut" aus.

 

Auf einer Flagge hat die Stiftung KinderHerz eine Botschaft für Kinder mit angeborenem Herzfehler in den Weltraum entsandt. Das von der Kieler Künstlerin Roswitha Steinkopf entworfene Motiv trägt den Titel „Drei Geschichten vom Mut“. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) soll es schwer herzkranken Kindern und ihren Familien Mut spenden. Zugleich weist die #MissionMut auf die Notwendigkeit hin, die Kinderherz-Forschung zu unterstützen.

 „Die #MissionMut ist ein Aufruf, herzkranken Kindern zur Seite zu stehen und zu handeln. Wir unterstützen damit auch die Kinderherz-Spezialisten, deren Forschungsarbeit ebenfalls Mut erfordert, neue Wege zum Wohle der Herzkinder zu beschreiten“, sagt Sylvia Paul, Vorstand der Stiftung KinderHerz. „Die Kinderherz-Medizin – und damit unzählige kleine Herzpatienten – haben der mutigen Forschung und den Innovationen der Raumfahrttechnik viel zu verdanken.“

Die Flagge begleitet die Forschungsmission „Horizons“ des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst, die am 6. Juni 2018 beginnt. Ermöglicht wurde das Stiftungsprojekt #MissionMut durch eine Kooperation mit dem Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

 

Stehen auch Sie gemeinsam mit uns herzkranken Kindern zur Seite. Handeln Sie für ihre Zukunft!

Am Ostermontag hob die Falcon-9-Trägerrakete mit einer Dragon-Kapsel an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Zwei Tage später, am 4. April 2018, erreichte die Kapsel die Internationale Raumstation. Neben Lebensmitteln, Kleidung und Experimenten für die Astronauten beförderte sie auch die Flagge der Stiftung an ihren Zielort in knapp 400 Kilometern Höhe.

tl_files/contentbilder/Aktionen unserer Partner/MissionMut/Detail Mond.jpgtl_files/contentbilder/Aktionen unserer Partner/MissionMut/Detail ISS.jpgtl_files/contentbilder/Aktionen unserer Partner/MissionMut/Detail Schirmchen.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Das ursprünglich auf Leinwand entstandene Motiv wurde für den Transport auf einen faltbaren, 100x140 Zentimeter großen Polyester-Stoff gebannt. Die Flagge wiegt 180 Gramm.

Titelgebend zeigt die Flagge drei Motive: Die über dem blauen Planeten Erde fliegende ISS steht für den Mut in der Raumfahrt. Das zweite Motiv ist ein ca. 36-fach vergrößertes NiTinol-Schirmchen. Es symbolisiert den Mut, welchen Mediziner bei Herzoperationen brauchen und ist ein Beispiel dafür, wie die Kinderherz-Medizin von der Raumfahrttechnik profitiert. NiTinol ist eine Mischung aus Nickel und Titan. Die NASA entwickelte diese Legierung, um Satelliten-Bauteile mit einem „Gedächtnis“ zu schaffen. Für den Transport in den Weltraum kompakt gefaltet, kann sich das Material dort selbständig entfalten und seinen ursprünglichen Zustand wieder einnehmen.

tl_files/contentbilder/Aktionen unserer Partner/MissionMut/Schirmchen nah.jpgDasselbe Prinzip wenden Herzmediziner an, um Löcher zwischen den Herzscheidewänden zu schließen. Früher waren dafür riskante Operationen am offenen Herzen notwendig. Heute führt man winzige NiTinol-Schirmchen per Katheder zum Herzen, um das Loch präzise und für den Patienten schonend zu verschließen. Hier geht es zu einem Erklärvideo.

 

 

Als drittes Motiv leuchtet das Herz-Logo der Stiftung auf und erschließt den Sinn der #Mission Mut: „Jeder Einzelne ist in der Lage, herzkranken Kindern und ihren Eltern Mut zu schenken, damit sie an ihrer Erkrankung nicht verzagen“, betont die Künstlerin. „Die Stiftung KinderHerz tut dies und stärkt zudem das Vertrauen in die Medizin, indem sie von positiven Beispielen berichtet.“ 


In der Schwerelosigkeit wird wissenschaftliche Pionierarbeit geleistet. Seit mehr als 17 Jahren leben und arbeiten Astronauten kontinuierlich auf der Internationalen Raumstation. Viele der im All errungenen Erkenntnisse wären auf der Erde nicht möglich gewesen. Teil der aktuellen Langzeitmission „Horizons“ von Alexander Gerst sind mehr als 50 Experimente mit deutscher Beteiligung. Zwischen dem 8. Juni und 13. Dezember 2018 wird der 42-jährige Geophysiker maßgeblich an der Arbeit mit uns an diesen Experimenten beteiligt sein - ab Anfang Oktober sogar als erster deutscher Kommandant der ISS. Gerst wird am 6. Juni vom Kosmodrom in Baikonur, Kasachstan, per Sojus-Raumschiff ins All aufbrechen. Der englische Name der Mission „Horizons“ symbolisiert die Neugier und Faszination, Unbekanntes zu entdecken und zu erforschen.

 

Hier lesen Sie Interviews rund um das Thema Mut, mit...
(Die Beiträge werden in den kommenden Wochen nacheinander freigeschaltet)


Roswitha Steinkopf - Die Künstlerin aus Kiel schuf die "Drei Geschichten vom Mut" und sagt: "Jeder kann herzkranken Kindern und ihren Eltern Mut schenken, damit sie an ihrer Erkrankung nicht verzagen."

Volker Schmid - Der Raumfahrtingenieur ist verantwortlicher DLR-Missionmanager der "Horizons" Mission. Er würde sofort selbst ins All fliegen und erzählt von seinen Aufgabe auf der Erde: "Nichts zu tun, ist einfach. Ein Risiko zu tragen, erfordert hingegen Mut."

Angelika Bartram - Die Schauspielerin schrieb Kinderbücher über Mut, Angst und Phantasie. Sie sagt: "Bei herzkranken Kindern kann die Angst vor Ungewissheit extrem ausgeprägt sein. Es ist deshalb mutig, sich seinen Ängsten zu stellen."

Dr. Claudia Croos-Müller - Die Ärztin für Neurologie, Nervenheilkunde und Psychotherapie betont: "Der Körper hat das enorme Potenzial, über bestimmte Aktivitäten Mut selbst zu erzeugen und zu steuern“.

Dr. Mirjam Jenny - Die Psychologin forscht unter anderem auf dem Gebiet medizinischer Entscheidungsfindung: "Forschende Mediziner müssen Mut haben, die Themen anzugehen, welche für die Patienten vielversprechend sind, und nicht nur die 'sicheren' Forschungsthemen zu beackern."

Tiffany Eisenbarth - Für die 19-jährige Herzpatientin und Pianistin ist Mut ein zentrales Thema: "Ich muss bei jedem Auftritt meine Angst überwinden, nicht angenommen oder als behindert behandelt zu werden."

Auch die KinderHerz-Botschafter - Extrem-Bergsteigerin Helga Hengge, Profiboxer Ünsal Arik und TV-Moderatorin Tanja Bülter - haben sich unseren drei Fragen über Mut gestellt.

 

Rückblick: Bereits 2014 flog das „OrbitHerzchen“ stellvertretend für alle Herzpatienten im Rahmen der „Blue Dot“ Mission von Alexander Gerst zur ISS. Das Kunstobjekt wurde damals ebenfalls von Roswitha Steinkopf entwickelt. Mit der #MissionMut 2018 löst die Stiftung KinderHerz somit ihr zweites Ticket ins All. Auch die Zusammenarbeit mit dem DLR wird dadurch fortgesetzt.

 

www.dlr.de

www.roswitha-steinkopf.de