Erster virtuelle KinderHerz-Lauf

20.05.2020 10:38

 

Vom 21.05. - 24.05.2020 startet der erste virtuelle KinderHerz-Lauf auf www.keepmoving.eu und diesen Anlass haben wir genutzt, um dem KinderHerz-Läufer der ersten Stunde, Alexander Wieberneit, ein paar Fragen zum Thema Laufen zu stellen:  


SKH: Du läufst seit vielen Jahren - welchen Stellenwert hat das Laufen für dich? 

AW: Laufen ist für mich nicht nur ein Hobby, sondern viel mehr Teil meines Lebens, mein Lifestyle. Ein bedeutender Teil meiner Freizeit wird vom Laufsport bestimmt, und ich fühle mich unwohl in Wochen, wo das Laufen zu kurz kommt. Ich lote darüber gerne meine Grenzen aus, erfreue mich an der Verbesserung meiner Leistung und an dem positiven gesundheitlichen Aspekt. Da meine Frau auch läuft, können wir Zeit mit der gemeinsamen Leidenschaft verbringen. Zudem bin ich dankbar dafür, so gesund zu sein, diese Strecken bewältigen zu können und denke dabei oft demütig an die, die gerne würden aber nicht können. Daher habe ich mich entschlossen, den Laufsport mit meinem sozialen Engagement für die Stiftung KinderHerz zu verbinden und habe Ende 2018 die KinderHerz-Läufer gegründet. Die KinderHerz-Läufer machen deutschlandweit (und darüber hinaus) auf das Thema der angeborenen und erworbenen Herzfehler bei Kindern und Neugeborenen und auf die tolle Arbeit der Stiftung KinderHerz aufmerksam.  
 

SKHWie wirkt sich Corona auf dein Laufverhalten aus? 

AW: Ich mag es sehr, meine eigene Leistung zu testen und im Rahmen von Wettkämpfen zu schauen, wie mein Training meine Leistung verbessert. Diese Wettkämpfe sind in diesem Jahr nun Corona bedingt (fast) alle gestrichen, auch wenn ich noch auf den Nizza-Cannes-Marathon im November hoffe. Da ich zu der Zeit, als Corona in Deutschland so richtig "Fahrt aufgenommen" hat, im Urlaub im schwülwarmen Mauritius war, habe ich dort das Pensum schon etwas reduziert. Schnell war mir klar, der diesjährige Hamburg Marathon wird nicht stattfinden, was mir als Anreiz und Orientierungspunkt für mein Training gefehlt hat. Das führte dazu, dass ich, anders als viele andere, zunächst einmal weniger gelaufen bin als vor der Pandemie. Da sprechen wir zwar immer noch von 3 - 4 Lauftagen pro Woche, aber 6 Trainingstage wären bis zum geplanten Marathon am 19. April normal gewesen. Da mir aber die Herausforderung gefehlt hat, habe ich mir selbst eine Challenge auferlegt, jeden Tag im Mai zu laufen, die #everydayinmaychallenge. Jetzt, nach 18 Lauftagen am Stück, ist der Spaß unfassbar groß, es fühlt sich an als würden die Beine immer leichter, aber ich habe mir auch die langen Läufe für die zweite Monatshälfte "aufgehoben". Aber ja, zu Beginn der Corona Pandemie bin ich weniger gelaufen, während andere mehr gelaufen sind, oder gar erst mit dem Laufen begonnen haben.  

  

SKH: „Ich trainiere einfach, bis ich nicht mehr kann – und dann laufe ich noch ein Stückchen weiter.“, hat schon Emil Zatopek gesagt. Welchen Tipp kannst du Läufern zur Motivation für den virtuellen KinderHerz-Lauf mitgeben? 

AW: Genau. "Und wenn ich nicht mehr kann, dann lauf' ich halt ins Ziel!" Wenn es auf der Strecke mal schwer wird, denke ich an gute Trainingsläufe, bei denen mir das Laufen besonders leichtfiel, und ich visualisiere das Ziel, den Zieleinlauf, das Gefühl es geschafft zu haben. Ich denke an das danach und an die Zufriedenheit mit dem Geleisteten. In einem gesunden Rahmen sollte man nie zu früh aufgeben. 2011 lief ich einen Marathon bei 34 Grad. Nach 27 Kilometern glaubte ich nicht mehr zu können und zu wollen und war gehend auf dem Rückweg. Dann dachte ich daran, was viele dafür geben würden eine Marathonstrecke bewältigen zu können und was für ein Geschenk es ist dazu fähig zu sein. Ich drehte mich um, nahm den Laufschritt wieder auf und stellte fest: "Wenn du glaubst, du kannst nicht mehr, schaffst du immer nochmal 20km." Wenn ich jetzt daran denke, wie hart die kleinen Herzkinder und ihre Eltern kämpfen, dann sind "ein paar Kilometer" nichts dagegen, wenn es mal nicht so läuft wie geplant. 50% eines Marathons sind das Training und der Körper, über die anderen 50% entscheidet der Kopf. 

 

Wir danken Herrn Wieberneit von Herzen für die Zeit und die tollen WorteVielleicht ist der KinderHerz-Lauf - auch im nicht virtuellen Raum - demnächst eine Institution für die Lauf-Community. 

Jetzt noch schnell hier anmelden, mindestens 10 km laufen und von der Teilnahme mit dem Hashtag #kinderherzlauf auf Facebook und/oder Instagram posten. Wir freuen uns und wünschen allen Läufern viel Spaß! 

Zurück