Gerade in der Kinderherzmedizin sind die Herausforderungen komplex. Kein einzelnes Fachgebiet kann sie allein lösen. „Unsere Stärke ist die Vielfalt“, erzählt Prof. Stefan Jockenhövel. „Mediziner, Ingenieure, Biologen – jeder bringt seinen Blickwinkel mit. Menschen aus über 16 Nationen arbeiten hier zusammen, lernen voneinander, inspirieren sich gegenseitig – ein interdisziplinäres Miteinander, das ständig neue Möglichkeiten eröffnet.“ Während die einen verstehen, was im Körper eines Kindes passiert, entwickeln die anderen Technologien, die genau dort ansetzen. Unterschiedliche Denkweisen sind dabei ausdrücklich erwünscht. Manche Teammitglieder sind visionär, andere sicherheitsorientiert, wieder andere denken in Systemen oder Details. Gerade dieses Zusammenspiel führt oft zu den entscheidenden Impulsen. „Es geht nicht darum, die tollste Technologie zu entwickeln, sondern die beste Lösung für das Kind“, betont Jockenhövel.
Prof. Stefan Jockenhövel und sein Team arbeiten am BioPacer-Projekt: ein Herzschrittmacher aus körpereigenen Zellen, der Folgeoperationen überflüssig machen könnte. „Jedes Experiment, jeder Test, jede neue Idee hat ein Gesicht – das eines Kindes, dessen Leben wir verbessern wollen“, sagt er. „Wir forschen ja nicht im luftleeren Raum. Sondern für Lösungen, die Kindern tatsächlich helfen, die sonst nur schwer überleben könnten. Und genau das treibt uns jeden Tag an.“ Im Labor ist deshalb immer spürbar, worum es wirklich geht. Viele Forschende stehen im Austausch mit der Klinik, hören von Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen, wie schwierig manche Verläufe sind. Manchmal erreichen auch Nachrichten von Eltern das Team – voller Hoffnung auf neue Therapien. Solche Momente verändern den Blick auf die eigene Arbeit. Aus Daten werden Schicksale. Und aus Experimenten wächst Verantwortung.
Forschung wie diese braucht mehr als kluge Köpfe – sie braucht auch Raum, um Neues auszuprobieren. Und genau hier setzt die Stiftung KinderHerz an. Sie ermöglicht dem Team, innovative Ansätze zu verfolgen, die außerhalb klassischer Förderstrukturen oft keinen Platz hätten – Projekte, die noch keine Garantie auf Erfolg bieten, aber das Potenzial haben, das Leben von herzkranken Kindern grundlegend zu verändern. „In der Forschung braucht es den Mut, auch mal zu scheitern“, sagt Jockenhövel. „Nur so entstehen echte Durchbrüche.“ Die Stiftung KinderHerz schafft dafür den nötigen Freiraum – finanziell, organisatorisch und ideell. Sie investiert nicht nur in Technik, sondern in Ideen, in Visionen – und damit in Zukunft. Die enge Zusammenarbeit ist für das Team von unschätzbarem Wert: „So haben wir die Freiheit, kreative Lösungen zu entwickeln, die sonst vielleicht nie umgesetzt würden.“
Das Aachener Labor zeigt, wie Kinderherzforschung heute aussehen kann: international, interdisziplinär und getragen von der Stiftung KinderHerz, die den Mut hat, an morgen zu glauben. Hier kommen Disziplinen, Nationen und Generationen zusammen. Nicht, weil es einfach ist – sondern weil es notwendig ist. Und mitten in diesem Geflecht aus Wissen, Technik und Zusammenarbeit steht immer derselbe Gedanke: Jedes Kind verdient die Chance auf ein gesundes Herz. „Wenn wir nur ein Kind retten, hat sich jeder Aufwand gelohnt“, sagt Prof. Jockenhövel.