Der erste Kontakt zur Stiftung entstand – wie so oft im Leben – zufällig. „Das war vor mehr als zehn Jahren auf der Techno-Classica in Essen, einer großen Oldtimer-Messe“, erinnert sich Jühe. „Wir hatten dort als ADAC einen Stand, um unsere Veranstaltungen zu präsentieren. Dort kam ein Mitarbeiter der Stiftung KinderHerz auf mich zu – und wir kamen ins Gespräch.“ Aus dieser beiläufigen Begegnung wächst schnell eine Idee, die Jühe nicht mehr loslässt. Als ehemaliger Vorsitzender des ADAC Westfalen ist er in einer Position, die ihm viele Türen öffnet – und er erkennt das Potenzial, seine Reichweite für den guten Zweck zu nutzen. „Mit unseren großen Oldtimerveranstaltungen hatten wir eine wunderbare Plattform, um auf die Arbeit der Stiftung aufmerksam zu machen.“ Dank seiner engen Kontakte in die Motorsport- und Oldtimer Szene gelingt es Jühe schnell, prominente Unterstützer und Mitstreiter zu gewinnen – etwa den TV-Autofan Sidney Hoffmann, der bis heute als Botschafter für die Stiftung KinderHerz aktiv ist. „Solche Persönlichkeiten helfen enorm, die Sichtbarkeit zu erhöhen“, sagt Jühe. „Aber entscheidend ist: Das Thema muss die Menschen berühren.“
Über die Jahre baut Bernhard Jühe einige Brücken zwischen dem ADAC Westfalen und der Stiftung – und bindet sie in den Kontext des Clubs ein. „Wir haben die Stiftung immer wieder vorgestellt bei unseren Rallyes, Messen und Galas, Spendenaktionen organisiert oder einfach die Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt.“ Und auch heute, als Mitglied des Ehrenrats, bleibt er engagiert. „Natürlich wechseln die Verantwortlichen. Ab einem gewissen Alter gibt man die Ämter ab, aber ich erinnere regelmäßig daran, die Stiftung KinderHerz bei Veranstaltungen einzubinden.“
Dass ihn die Arbeit für herzkranke Kinder so tief bewegt, hat einen sehr persönlichen Grund. „Ich habe selbst ein Kind verloren – unser fünfjähriger Sohn starb ganz plötzlich, innerhalb von drei Tagen. Das war damals eine schnell fortschreitende Krebserkrankung. Wenn so etwas passiert, verlieren Sie den Boden unter den Füßen.“ Dieser Schicksalsschlag hat sein Denken geprägt: „Natürlich fragt man sich erst: Warum wir? Warum gerade unser Kind? Aber darauf findet man keine Antwort. Und irgendwann merkt man: Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst versuchen, anderen zu helfen.“ Seitdem steht für Bernhard Jühe fest: Er will seinen Beitrag leisten, langfristig und verlässlich. „Eine einmalige Spende ist gut, aber sie reicht nicht. Forschung und Medizin entwickeln sich ständig weiter, und es braucht Menschen, die dranbleiben.“
Was als persönliches Engagement begann, ist längst zur Familiensache geworden. „Wir sind, wie man so schön sagt, ein bisschen Vereinsmeier“, sagt Jühe mit einem Schmunzeln. Ob lokale Aktionen oder große Benefizrallyes – das soziale Engagement ist in der Familie fest verankert. „Meine beiden Söhne sind ebenfalls im Motorsport aktiv und im Oldtimerbereich engagiert. Sie helfen bei Veranstaltungen mit, organisieren, packen an. Das ist für uns selbstverständlich.“ Aktuell arbeitet Bernhard Jühe an einer neuen Großveranstaltung, die 2027 erneut in Bad Sassendorf stattfinden soll – mit rund 200 Oldtimern und etwa 400 Teilnehmenden. „Dort wird auch wieder die Stiftung KinderHerz präsent sein. Das ist uns wichtig – die Menschen sollen sehen, wofür wir uns einsetzen.“
Wenn Jühe auf fast zehn Jahre Engagement zurückblickt, tut er das mit leiser Zufriedenheit – und ohne Zahlen in den Vordergrund zu stellen. „Ich weiß, das über die Jahre nicht unbeträchtliche Spendensummen zusammengekommen sind. Aber viel wichtiger ist für mich, dass wir die Herzen der Menschen erreicht haben. Dass wir über die Stiftung sprechen, dass sie in den Köpfen bleibt – das zählt.“ Und genau das ist ihm gelungen: Mit seinem sichtbaren Engagement hat er zahlreiche Menschen in der Oldtimer-Szene und im Motorsport angesteckt, Prominente eingebunden, Unternehmen überzeugt. „Ich bin stolz darauf, dass die Stiftung KinderHerz heute in Bad Sassendorf und weit darüber hinaus bekannt ist. Wenn bei unseren Veranstaltungen jemand sagt: ‚Das ist eine tolle Sache – da will ich auch helfen‘, dann weiß ich, dass sich unser Einsatz lohnt.“
Gefragt nach seinem persönlichen Leitmotiv, muss Bernhard Jühe nicht lange überlegen: „Mir persönlich geht es gut, meiner Familie und meiner Firma auch. Und ich finde, wenn man Glück im Leben hatte, dann sollte man ein Stück davon zurückgeben. Das ist mein Antrieb – Dankbarkeit.“ Er hofft, dass auch andere diesen Gedanken teilen. „Es gibt so viele Menschen, die im Überfluss leben. Wenn nur ein kleiner Teil von ihnen bereit wäre, etwas abzugeben, könnten wir unendlich viel bewegen.“ Für die Stiftung KinderHerz wünscht er sich vor allem eines: dass sie weiter wachsen und noch mehr Kindern helfen kann. „Es wäre schön, wenn die Stiftung und die kleinen Patienten die Lobby bekämen, die sie verdienen. Denn jedes Kind, das gesund werden kann, ist ein Grund, weiterzumachen.“ Und das wird Bernhard Jühe – solange es geht. „Solange ich fit bin, bin ich dabei“, sagt er lächelnd. „Und wenn ich mit meiner Begeisterung noch andere anstecken kann – dann habe ich mein Ziel erreicht.“