Leben retten – schon in der Schule

Wie zwei Defibrillatoren an der Alfred-Nobel-Schule Sicherheit geben

Verantwortung übernehmen

Dean ist 15 Jahre alt, geht in die 8. Klasse und übernimmt schon jetzt Verantwortung – als Schulsprecher, bei der Schülerzeitung – und in Erster Hilfe. Denn er weiß, wie sich Hilflosigkeit anfühlt. „Ich musste einmal den Notruf wählen und hatte keine Ahnung, was ich machen oder sagen soll“, erzählt er. Seine Mutter war in einer akuten Situation fast zusammengebrochen. „Seitdem will ich vorbereitet sein.“

Üben, damit die Sicherheit wächst

Vorbereitet sein – das bedeutet für ihn: üben. Einmal in der Woche trifft sich er sich mit anderen Schülern zum „Schulsanitätsdienst“ – freiwillig, zusätzlich zum Unterricht. Ein Projekt, das an der Schule mit viel Engagement vom Biolehrer Herrn Ciric aufgebaut wurde. Ein Raum, in dem es nicht um Noten geht, sondern um das, was im Ernstfall wirklich zählt: reagieren, entscheiden, handeln. Herzdruckmassage, stabile Seitenlage, der richtige Notruf – alles wird geübt, wiederholt, verinnerlicht. Aus Unsicherheit wird Schritt für Schritt Routine.

„Wir probieren alles direkt aus“, sagt Dean. „Und wenn man es ein paar Mal gemacht hat, fühlt es sich nicht mehr so fremd an.“ Und darum wünscht sich Dean, dass Erste Hilfe kein Randthema bleibt. Dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal die Grundlagen lernt. „Ich würde allen Mut zusprechen, sich damit zu beschäftigen. Es ist nicht leicht – aber unglaublich wichtig.“ Denn Leben retten beginnt nicht erst im Notfall. Sondern mit Wissen.

Defibrillatoren: Sicherheit für alle

Doch so wichtig Wissen und Übung in Erster Hilfe auch sind – im entscheidenden Moment braucht es mehr. Denn selbst mit viel Training bleibt eine Frage: Was passiert in den ersten Minuten, wenn ein Herz plötzlich aufhört zu schlagen? Genau hier kommt das ins Spiel, was Dean besonders wichtig ist – die Defibrillatoren. „Man hat bei einem Herzstillstand nur wenige Minuten“, erklärt er. „Und in der Zeit kann man nicht einfach nur warten.“ Die Geräte, die vor einem Jahr von der Stiftung KinderHerz bereitgestellt und an der Schule installiert wurden, führen Schritt für Schritt durch die Reanimation. Sie sprechen. Sie erklären. Sie geben Anweisungen. Und sie nehmen ein Stück der Angst. „Das Ding redet mit dir. Es sagt dir genau, was du machen sollst“, sagt Dean. „Das hilft total.“

Gerade an einem Ort wie einer Schule ist das entscheidend. Hunderte Kinder und Jugendliche verbringen hier einen Großteil ihres Tages. Sie lernen, spielen, treiben Sport, toben über den Schulhof. „Es kann immer etwas passieren“, sagt Dean. „Und dann ist es gut, wenn man nicht erst überlegen muss, wo Hilfe herkommt.“ Für ihn gehören Defibrillatoren deshalb genauso selbstverständlich in öffentliche Gebäude wie Feuerlöscher oder Rauchmelder. „Warum gibt es überall Feueralarmknöpfe, aber nicht überall Defis?“, fragt er. Für Dean ist klar: Sicherheit sollte kein Zufall sein. Gerade nicht dort, wo Kinder sind.

Mehr als Technik: ein Signal für Sicherheit

Besonders denkt er dabei auch an Kinder mit Herzproblemen. Auch wenn er niemanden persönlich kennt, der betroffen ist, ist ihm bewusst, was das bedeuten kann. „Wenn jemand sowieso schon ein Herzproblem hat, dann ist es doch noch viel wichtiger, dass man schnell reagieren kann.“ Was ihn beeindruckt, ist nicht nur die Technik selbst, sondern das Signal dahinter. „Es zeigt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat“, sagt er. Dass Sicherheit ernst genommen wird. Dass man nicht erst handelt, wenn etwas passiert ist. Darum wünscht sich Dean, dass noch mehr Schulen so ausgestattet sind. „Eigentlich sollte das normal sein“, sagt er. Nicht als große Ausnahme, nicht als besondere Aktion, sondern als Standard. Denn ein Defibrillator an der Wand verändert etwas – nicht nur medizinisch, sondern auch im Kopf. Er macht deutlich: Jeder kann helfen. Jeder kann handeln.

Verantwortung sichtbar machen

Dass solche Geräte in Schulen verfügbar sind, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis gezielten Engagements. Die Stiftung KinderHerz setzt sich dafür ein, genau diese Lücke zu schließen. Mit der Bereitstellung von Defibrillatoren schafft sie Sicherheit an Orten, an denen Kinder lernen, spielen und sich frei bewegen sollen. Denn ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen. Auch Kinder. Mitten im Schulalltag, auf dem Pausenhof, in der Turnhalle. Sekunden entscheiden dann über Leben und Tod. Und genau in diesen Sekunden machen Defibrillatoren den Unterschied. Sie sind dafür entwickelt, von Laien genutzt zu werden, führen mit klaren Anweisungen durch jeden einzelnen Schritt und nehmen die Angst vor dem ersten Handgriff. Sie überbrücken die kritische Zeit, bis professionelle Hilfe eintrifft – und erhöhen damit die Überlebenschancen erheblich.

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