Die Geräte wurden im Rahmen eines Projekts der Stiftung KinderHerz an der Schule installiert – mit dem Ziel, genau solche Orte auszustatten, an denen Kinder lernen, spielen und Sport treiben. Orte, an denen im Zweifel jede Sekunde zählt. Und mit den Defis ist etwas entstanden, das sich nicht in Zahlen messen lässt: ein neues Bewusstsein. Für Sicherheit. Für Verantwortung. Und für die Frage, was es heißt, im entscheidenden Moment helfen zu können. „Die Sicherheit im Kopf ist einfach da“, bestätigt Lehrer Edin Ciric. Und genau dieses Gefühl verändert den Schulalltag leise, aber nachhaltig.
Es geht ihm nicht um Alarmstimmung, sondern um etwas Grundsätzliches: das Wissen, im Ernstfall nicht machtlos zu sein. „Man weiß einfach: Man muss nicht erst zehn Minuten warten, bis der Rettungsdienst da ist“, beschreibt er den Unterschied. Und genau dieses Bewusstsein zieht Kreise. An der Schule entsteht rund um das Thema Erste Hilfe ein wachsendes Netzwerk: ein Wahlpflichtkurs „Retten und Schützen“ und viele Schülerinnen und Schüler, die sich im Schulsanitätsdienst engagieren: Sie sind in den Pausen im Bereitschaftsdienst aktiv, stehen für kleinere Notfälle bereit, lernen Grundlagen der Ersten Hilfe – und übernehmen Verantwortung für andere. „Das ist nichts, was man ihnen einfach so beibringt und dann ist es erledigt“, sagt Edin Ciric. „Die machen das gerne und freiwillig – und bleiben auch dabei.“
Besonders deutlich wird die Wirkung der Defibrillatoren auch außerhalb des Unterrichts – in einem Projekt, das direkt aus der Schülerschaft heraus entsteht. Im Rahmen eines Kunst- und Kulturfestivals organisiert die Schule eine Spendenaktion: ein großes Buffet, getragen und organisiert von Schülerinnen und Schülern. Sie backen, kochen, verkaufen, koordinieren – und sammeln Geld für die Stiftung KinderHerz. „Das kam im Prinzip von den Schülern“, sagt Ciric. „Ich habe die Idee nur mal angesprochen – und dann sofort waren zwei Schülerinnen da und haben gesagt: Wir machen das.“
Die Idee dahinter ist: Die Schule möchte Danke sagen. Und gleichzeitig etwas weitergeben. Die Einnahmen sollen an die Stiftung gehen – als Anerkennung für die Defibrillatoren und als Beitrag, damit weitere Schulen ausgestattet werden können. „Ich finde es total stark, dass das von den Schülern selbst kommt“, sagt er. „Das ist nicht irgendein Pflichtprogramm, sondern echtes Engagement.“
Auch im Kollegium gibt es bereits eine zusätzliche Spendenaktion. Viele Lehrkräfte beteiligen sich, weil sie das Projekt unterstützen wollen. „Viele haben sofort gesagt: Klar machen wir mit“, erzählt Ciric. „Gerade bei dem Thema merkt man einfach, dass es alle betrifft.“ Für ihn zeigt sich darin die eigentliche Wirkung des Projekts. „Ich hoffe einfach, dass wir damit nicht nur Danke sagen, sondern auch Bewusstsein schaffen“, sagt er. „Dass es normal wird, hinzuschauen. Und im Zweifel auch zu helfen.“
Denn genau das ist für ihn der Kern – nicht nur im Notfall vorbereitet zu sein, sondern eine Haltung mitzunehmen, die über die Schule hinausgeht. „Wenn die Schüler irgendwann am Bahnhof stehen und so ein Gerät sehen und denken: Ah, das kenne ich – dann hat es schon viel verändert“, sagt er. Und vielleicht beginnt genau so Veränderung: mit zwei Geräten an der Wand – und einer Schulgemeinschaft, die daraus etwas Größeres macht.
Mit der Ausstattung von Schulen und Kindergärten mit Defibrillatoren verfolgt die Stiftung ein klares Ziel: lebensrettende Hilfe dort verfügbar zu machen, wo sie im Notfall sofort gebraucht wird. Denn ein plötzlicher Herzstillstand tritt unvorhersehbar auf – auch bei Kindern, mitten im Unterricht, auf dem Schulhof oder in der Turnhalle. In solchen Momenten kommt es auf schnelles Handeln an. Genau dafür sind Defibrillatoren entwickelt worden. Sie sind so konzipiert, dass sie auch ohne medizinische Vorkenntnisse eingesetzt werden können. Schritt-für-Schritt-Anleitungen führen durch die Anwendung und geben in einer Ausnahmesituation Orientierung und Sicherheit. So entsteht ein entscheidender Zeitgewinn, bis der Rettungsdienst eintrifft. Und genau diese überbrückten Minuten können über Leben und Überleben entscheiden.