Hauptziel von Prof. Schmitt und ihrem Team ist es, die Entwicklung der kleinen Patienten durch eine nachhaltigere und umfänglichere Behandlung zu fördern. Das ist essentiell wichtig, denn: 95 Prozent der Herzkinder erreichen dank moderner Medizin inzwischen das Erwachsenenalter. Viele von ihnen haben jedoch mit Entwicklungsverzögerungen, psychischen oder sozialen Herausforderungen zu kämpfen. „Wir freuen uns natürlich, dass die Kinder überleben, aber jetzt müssen wir auch darauf achten, wie gut sie in Zukunft leben. Dabei gilt: Je eher wir Schwierigkeiten erkennen, desto mehr können wir bewirken“, erklärt Prof. Schmitt.
An der Charité werden dafür die Behandlungssituationen auf den Stationen optimiert, wobei insbesondere die Eltern aktiv eingebunden werden. Beispielsweise erhalten sie in Berlin die Möglichkeit, direkt auf der Station zu übernachten und so näher bei ihren Kindern zu sein. Hier wird ein interdisziplinärer Ansatz gelebt: verschiedene Fachgruppen (Pflegefachkräfte, Psychologinnen und Psychologen sowie Ärztinnen und Ärzte) arbeiten eng zusammen, um eine entwicklungsförderliche Umgebung zu schaffen. Die Forschung zeigt, dass diese innovative Art der familienorientierten Versorgung den Behandlungserfolg deutlich steigert.
„Eltern fühlen sich oft ein wenig im Stich gelassen. Unser Ziel ist, Kommunikation und Abläufe gezielt zu verbessern,“ so Schmitt. Aber das ist erst der Anfang: „Wir planen eine Hochschulambulanz für die psychologische Nachsorge, damit Eltern auch nach der Entlassung Unterstützung erhalten. Die Stiftung KinderHerz, mit der ich persönlich bereits seit knapp 15 Jahren verbunden bin, war auf dem ganzen bisherigen Weg ein zuverlässiger Partner – und wird es sicherlich auch in Zukunft sein."
Prof. Schmitts großes Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Studien und klinischen Pilotprojekten in Berlin eine Blaupause für alle Kinderherzzentren in Deutschland und Europa darzustellen: „Wir teilen schon jetzt unsere Erkenntnisse, damit möglichst viele von den Ansätzen profitieren.“ Schmitt betont: „Im Fokus steht, Kinderleben zu retten, ihnen umfassend zu helfen und die bestmögliche Lebensqualität zu gewährleisten.“