Lisa-Marie und ihre Schwester Lea-Sophie sind wahre Kämpferinnen

Am 28.08.2002 erblickt die kleine Lisa-Marie Böhlke in Berlin das Licht dieser Welt. Alles ist in Ordnung. Sie ist gesund und munter. Sie geht zur Schule, macht Sport, trifft sich mit Freunden: Eine ganz unbeschwerte Kindheit. Bis zum Jahr 2012. Von jetzt auf gleich bricht Lisa-Marie aus heiterem Himmel zusammen. Sie kommt wieder zu sich. Sofort eilen ihre Eltern mit ihr zum Arzt. „Das ist die Pubertät, kann schon mal vorkommen“, lauten die Aussagen der Mediziner.

Lisa-Maries Zustand verschlechtert sich

Erst ein Kardiologe entdeckt eine Herzklappenundichte, äußert zunächst aber keine Bedenken. Lisa-Marie muss in den nächsten Jahren zur Kontrolle. Bis ins Jahr 2015 verschlechtern sich ihre Werte. Im Juni sind sie so schlecht, dass sie in die Kinderambulanz eingeliefert wird. Die Herzleistung ist zu diesem Zeitpunkt bei nur 23%. Ein Rätsel für die Ärzte, dass sie mit dieser geringen Leistung zuvor an einem Ausdauerlauf teilgenommen hat.

Einlieferung ins Deutsche Herzzentrum

Die Ärzte aus der Ambulanz überweisen sie ins Deutsche Herzzentrum Berlin. Hier versuchen die Spezialisten zunächst, das Problem medikamentös zu lösen. Doch die Medikamente erzielen nicht die erhoffte Wirkung. Lisa-Maries Zustand verschlechtert sich, so dass die Ärzte sie ins künstliches Koma versetzen. Während des Komas erleidet sie Herzaussetzer. Ärzte reanimieren das junge Mädchen. Auch Schlaganfälle und eine Lungenentzündung muss sie während dieser Zeit überstehen. „Von den Schlaganfällen und der Lungenentzündung habe ich selbst gar nichts mitbekommen. Ich weiß es nur von den Erzählungen der Ärzte“, erklärt sie. Drei Wochen war sie im künstlichen Koma.

Lisa bekommt ein neues Herz

Um das Herz zu unterstützen, bekommt Lisa-Marie während des Komas eine Pumpe eingesetzt, die sie „Tom“ tauft. Außerdem bekommt sie einen Defibrillator, der das Herz „wiederbelebt“, falls es aussetzt. Doch das sind nur Übergangslösungen. Das Ziel ist es, mit einem „neuen“ Herz in ein normales Leben zurückzukehren. Normalerweise warten Kinder sehr lang auf ein Herz.

„Ich habe Glück gehabt. Schon Ende August wurde mir ein neues Herz transplantiert. Die Pumpe und der Defi konnten entfernt werden“, freut sich Lisa-Marie. „Mein Körper hat das Organ gut angenommen und nach einer Woche konnte ich von der Intensivstation auf die „Normale“ verlegt werden“, erklärt sie. Nach fünf Wochen allerdings gibt es erste Abstoßungsreaktionen ihres Körpers, die sich unter anderem durch Herzrhythmusstörungen, erhöhten Puls und Temperaturanstieg bemerkbar machen. Die Ärzte reagieren und geben ihr Medikamente, die helfen.

Immer wieder Rückschläge

Mitte Oktober ist es dann endlich so weit. Lisa-Marie kann nach den anstrengenden Wochen im Krankenhaus wieder nach Hause. Allerdings hat sie mit erhöhten Einschränkungen zu kämpfen. „Da mein Immunsystem in den nächsten sechs Monaten äußerst geschwächt ist, darf ich niemandem zu nahekommen“, erinnert sie. Treffen und Unterhaltungen mit Freunden und sogar der Familie sind nur mit Maske möglich. Ein halbes Jahr muss Lisa-Marie zuhause bleiben. Das heißt Online-Unterricht für sechs Monate. Eine schwere Zeit. Am 1. März 2016 darf sie zurück in die Schule.

Doch schon ein paar Monate später, der nächste Schock für Lisa-Marie. Sie hat sich einen Infekt eingefangen. Und bei einer MRT-Untersuchung stellt sich heraus, dass sie einen Tumor hat. Der Tumor hat sich im ganzen Körper ausgebreitet und ist so groß, dass man ihn in der Speiseröhre sehen kann. Aber sie ist eine Kämpferin. So muss sie ein halbes Jahr eine Chemotherapie bewältigen, die letztlich Erfolg hat. Denn seit Februar 2017 ist Lisa-Marie krebsfrei. Natürlich gibt es während der Chemo auch immer wieder Rückschläge. Zwischenzeitlich schwebt Lisa-Marie sogar erneut in Lebensgefahr, aber auch das überwindet sie. Mit ihrem transplantierten Herzen muss sie alle sechs Monate zu Untersuchungen und ein Leben lang Medikamente nehmen.

Auch Lisas Schwester benötigt ein neues Herz

Doch Familie Böhlke bleibt von weiteren Schicksalsschlägen nicht verschont. 2018 wird bei Lisa-Maries neunjähriger Schwester Lea-Sophie ebenfalls eine Herzinsuffizienz festgestellt. Auch sie benötigt eine Herztransplantation, damit sie weiterleben kann. „Das ist die schlimmste Zeit meines Lebens gewesen“, betont Lisa-Marie. „Lea-Sophie hat den Rekord gebrochen: Schon nach drei Tagen ist ein Organ für sie gefunden und implantiert worden“, freut sich die große Schwester rückblickend. Auch bei Lea-Sophie gibt es zunächst Abstoßungsreaktionen, die aber glimpflich verlaufen.

Lisas schwere Zeit im Herzzentrum

Lisa-Marie und Lea-Sophie sind füreinander da

Lisa trifft sich in ihrer Freizeit gern mit Freundinnen

Schwester Lea-Sophie lässt Lisa-Marie nicht allein

Ein Leben mit Einschränkungen

Seitdem leben die beiden Schwestern mit den transplantierten Herzen ohne Probleme. Sie müssen zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen ins Deutsche Herzzentrum Berlin. Einschränkungen gehören ebenfalls zum Alltag. Aber sie leben. Die beiden Geschwister müssen besonders im Bereich Hygiene achtgeben und dürfen gewisse Lebensmittel nicht essen. Doch gemeinsam sind sie stark und überwinden alle Hürden. An ihrer Seite stets die Familie. Mutter Jeannine ist immer bei ihren Töchtern im Krankenhaus und auch Vater Mario kümmert sich um seine Kinder. Seit den Transplantationen gibt es keine erwähnenswerten Vorfälle. Die Mädchen führen nun ein ganz normales Leben: Lisa-Marie liest gerne, arbeitet an ihrem Videotagebuch, spielt Klavier und trifft sich mit Freunden. Lea-Sophie treibt viel Sport, ist abenteuerlustig und künstlerisch begabt. Beide Schwestern wollen später im Gesundheitswesen arbeiten. Auf diesem Wege wünschen wir den beiden viel Erfolg, Gesundheit und ein starkes Herz.

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